Bergbaumuseum Lautenthals Glück

Wer sich im Oberharz befindet und sich für den ehemaligen Bergbau der Region interessiert, der muss irgend wann einmal nach Lautenthal. Lautenthal ist eine alte Bergstadt, die im Innerstetal gelegen ist und eine ganz besondere Attraktion bereithält: Die Grube Lautenthals Glück. Heute ein Bergbaumuseum, bescherten die reichen Bodenschätze Lautenthal Wohlstand im direkten Vergleich zu anderen Gegenden Deutschlands. Das Besondere an diesem Besucherbergwerk sind nicht nur die Anlagen unter Tage, sondern ebenso die Einrichtungen über Tage, denn das Einfahren (Bergmannssprache) erfolgt per Bergbahn und nicht zu Fuß. Dementsprechend ist ein Besuch der Grube Lautenthals Glück auch für Familien mit Kindern sehr empfehlenswert, sobald die Kinder schon etwas größer sind. Erfahrt mehr über die Grube Lautenthals Glück als Informationsort über den einstigen Oberharzer Bergbau!

Wer in Lautenthal ist, muss unbedingt die Grube Lautenthals Glück besuchen. Das Museumsgelände mit dem kleinen „Bahnhof“ ist schon sehr interessant, doch besonders spannend wird es, wenn man mit einer Bergbahn unter Tage fährt!

Warum sich ein Harzurlaub lohnt!

Eine kleine Geschichte der Grube Lautenthals Glück.

Ein Förderwagen für Personen in der Ausstellung des Bergbaumuseums Lautenthals Glück als Beispiel für die harten Arbeitsbedingungen im einstigen Oberharzer Bergbau.
Im Bergbaumuseum Lautenthals Glück erfährt man viel über die Arbeitsbedingungen im früheren Bergbau des Oberharzes. Das Leben der Berg- und Hüttenleute extrem hart. Trotzdem war man dankbar für das Wenige, was einem die Arbeit im Bergwerk brachte. Dies erklärt auch die besondere Namenswahl der Oberharzer Bergwerke. Dieses Bild zeigt einen alten Förderwagen. Man kann sich vorstellen, wie unbequem es war – jedoch besser, als zu Fuß „einzufahren“. In der Führung werden das Leben und die Arbeit im Bergbau sehr ausführlich behandelt.

Bei der Grube Lautenthals Glück handelt es sich um ein altes Silberbergwerk. Der Bergbau in und um Lauthental führt in das 16. Jahrhundert zurück, als Herzog Heinrich Julius die Bergfreiheit verlieht. Daher rührt der Namenszusatz „Bergstadt“, auf den die Lautenthaler auch heute noch stolz sind. Die Bezeichnungen vieler Gruben des Oberharzes bestehen aus Namen, die viel Demut und Religiosität zum Ausdruck bringen (z. B. Grube Hilfe Gottes, Grube Der Segen Gottes). Die Arbeit in einem Bergwerk des 16. Jahrhunderts war hart – viel gesundheitsschädlicher war jedoch die Arbeit in den Hütten, wo sich die Hüttenarbeiter über Jahre hinweg bei der Aufbereitung von Erzgesteinen giftigen Dämpfen aussetzen mussten. Auch die Pochwerke, in denen die Erze vom tauben Gestein getrennt wurden, stellten keinen sicheren Arbeitsplatz nach heutigen Standards dar. Dennoch war die Tatsache, überhaupt Arbeit und damit ein Einkommen zu haben so wichtig zum täglichen Überleben, dass man die aus einer Grube wie der Grube Lautenthals Glück kommenden Erze wahrlich als „Glück“ bezeichnen konnte.

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Der Oberharzer Bergbau brachte den Bewohnern des Oberharzes für damalige Verhältnisse Wohlstand. So wundert es nicht, dass man den Gruben entsprechende Namen gab. Die Grube Lautenthals Glück ist nur eines von vielen Beispielen dafür.

Lautenthals Glück wurde mehrere Jahrhunderte betrieben und kontinuierlich ausgebaut, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Aufschlagwasser wurde aus dem System des Oberharzer Wasserregals und dem 13-Lachter-Stollen in Wildemann (siehe auch 19-Lachter-Stollen) bezogen. Zunächst wurden Silber und Blei aus den Erzen gewonnen, bevor gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch ein Verfahren zur Gewinnung von Zink zur Verfügung stand. Die guten Zeiten der Grube Lautenthals Glück endeten jedoch im Wesentlichen im Jahre 1930 – eine Entwicklung, die in den 1930er Jahren auch andere Bergstädte wie Clausthal-Zellerfeld betraf. Da die Pumpen seitdem stillstanden, sind große Teile des Bergwerks in Lautenthal heute unter Wasser. Frei nach dem Motto „Wasser pumpt Wasser“ war es einst die Wasserkraft, mit dem das einsickernde Wasser aus den Schächten gepumpt wurde.

Wer sich für den Bergbau und die Geschichte Lautenthals interessiert, wird in der Gegend um diese ehemalige freie Bergstadt im Hinblick auf Dennert-Tannen fündig – und kann sich über viele Einzelheiten des Bergbaus im Oberharz informieren.

Warum sich ein Besuch im 19-Lachter-Stollen in Wildemann lohnt!

Das Bergbaumuseum Lautenthals heute: Geschichte und Erlebnis pur!

Die Grubenbahn des Bergbaumuseums Lautenthals Glück mit dem man in das ehemalige Silberbergwerk gefahren wird.
Mit der Grubenbahn in den Berg! Dies ist das besondere Highlight des Bergbaumuseums Lautenthals Glück. Die Fahrt dauert mehrere Minuten und ist nicht gerade bequem. Am Ziel angekommen, gibt es eine informationsreiche Führung. Wer Spaß am Fahren mit solchen Kleinbahnen hat, dem sei ebenfalls die Feldbahnfahrt zum Ottiliae-Schacht bei Clausthal emfohlen.

Die Museumsanlage Lautenthals Glück ist kaum zu übersehen, denn sie liegt direkt an der Hauptstraße in Lautenthal und lädt mit etwas Werbung zu einem Besuch ein. In der Ausstellung wird nicht nur Bergbaugeschichte mit zahlreichen technischen Relikten, Modellen und einer Mineraliensammlung vermittelt, sondern es gibt etwas zu erleben. Empfehlenswert ist die Fahrt unter Tage immer, denn die Fahrt mit der Grubenbahn ist ein tolles Erlebnis – für Groß und Klein. Die besonderen Attraktionen des Bergbaumuseums sind:

  • Silber- und Schmiedehalle mit dem Bahnhof für die Grubenbahn.
  • Verschiedene Bergbaugeräte auf dem Außengelände.
  • Fahrt mit der Grubenbahn zu dem unterirdischen Bahnhof.
  • Besichtigung des Tiefen-Sachsen-Stollens mit Informationen zum Leben und der Arbeit der Bergleute.
  • Erzschifffahrt auf einer unterirdischen Wasserstraße von mehr als 100 m Länge, beginnend am Erzkahnhafen.
Unter Tage im Besucherbergwerk Lautenthals Glück.
Tief im Berg angekommen, merkt man im Sommer, dass es ziemlich kühl ist. Im oftmals strengen Oberharzer Winter freut man sich hingegen über die angenehme Temperatur unter Tage. Diese liegt bei etwa 8 Grad Celsius – und zwar dauerhaft. Bitte denkt daher daran, eine Jacke mitzunehmen, wenn Ihr die Grubenfahrt in das ehemalige Silberbergwerk Lautenthals Glück antreten wollt. Ebenso ist festes Schuhwerk empfehlenswert.

Neben der klassischen Tour bietet das Bergwerkmuseum Lautenthals Glück auch diverse Sonderprogramme an, die man für Gruppen buchen kann. Dazu gehören beispielsweise:

  • Führungen für Schulklassen und Jugendgruppen
  • Bergbau-Olympiade (Führung und Team-Wettkampf in verschiedenen Disziplinen)
  • Steigerdiplom „diagonal durch den Berg“ (Grubenbahnfahrt, St. Barbara Andachtsturm, Bolzenschrot-Schacht, Bohrort, 8 Leitern hoch zur Fördermaschine, Fackelwanderung zurück zum Museum, Erzkahnfahrt)

Ganz gleich, für welche Form des Besuchs Ihr Euch entscheidet, mit dem Museum Lautenthals Glück lernt man die Geschichte des Oberharzer Bergbaus hautnah kennen.

Wem das Bergbaumuseum Lautenthals Glück gefallen hat, der sollte unbedingt den Maaßener Gaipel oberhalb des Ortes besuchen. Dort findet man einen Bergbaulehrpfad, der unter anderem an ein nachgebautes Wasserrad mit dazugehörigem Feldgestänge vorbeiführt. Zudem hat man in der Regel von dort aus einer hervorragend Blick über Lautenthal.

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Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur
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