Die Schalke – ein eher unbekannter Berg des Oberharzes!

Bild von Gipfel der Schalke, einem Berg des Oberharzes neben dem bekannten Bocksberg bei Hahnenklee-Bockswiese.
Der Gipfel der Schalke hat es in sich: Ein Aussichtsturm, ein tolles Panorama und eine gemütliche Wanderhütte. Der Weg auf die Schalke lohnt sich – auch, wenn dieser Oberharzer Berg weniger bekannt ist als etwa der Bocksberg.

Die Bezeichnung kann zu Verwirrung führen: Viele Menschen in Deutschland verbinden „Schalke“ mit einem Fußballverein aus Gelsenkirchen. Doch, wer im Oberharz „Schalke“ sagt, meint in der Regel einen Berg, der sich ganz in der Nähe des Bocksberges befindet. Die Schalke ist in der Region um Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee-Bockswiese und Schulenberg sehr bekannt, denn mit ihren 762 m ü. N.N. überragt sie sogar den Bocksberg, der nicht nur Wintersportlern ein Begriff ist. Auch wenn sich heute kein markanter Turm mehr auf dem Gipfel der Schalke befindet, kann eine Wanderung dorthin sehr empfehlenswert sein. Erfahrt mehr über den höchsten Berg des nördlichen Oberharzes im Einzugsbereich Goslars!

Die Schalke ist zwar weniger bekannt als der Bocksberg, jedoch höher als der bekannte Berg des Oberharzer Wintersports bei Hahnenklee-Bockswiese.

Der Schalker Horchposten: Abhören im Kalten Krieg.

Viele Jahre lang war der Gipfel der Schalke mit einem markanten Bauwerk versehen: Dem 64 m hohen Turm des französischen Horchpostens. Nachdem unter anderem die französische Groupe Eletronique 50/450 sowie das Escadron Electronique Sol 33/51 im Jahr 1959 einen Horchposten mit Blick auf die Vorgänge im Osten eingerichtet hatte, wurde die Anlage 1968 einer Modernisierung unterzogen, die den Bau eines Turms aus Beton (klassische Stahlbeton-Bauweise) mit sich zog. Dieser diente über mehrere Jahrzehnte hinweg dem Abhören und reiht sich in weitere Abhöranlagen, beispielsweise bei Torfhaus oder auf dem Stöberhai ein. Was die NATO-Mitglieder im Westen taten, erfolgte im Osten vor allem vom Gipfel des Brockens aus, den man heute noch in sehr weiter Entfernung gut erkennt. Die Nutzung des Hochpostens auf der Schalke wurde 1993 aufgrund des Endes des Kalten Krieges aufgegeben, sodass die gesamte Anlage mehrere Jahre leer stand. Während dieser Zeit dürfte es sich um ein tollen sogenannten „Lost Place“ gehandelt haben, der sich heute bei Fotografen einer großen Beliebtheit erfreuen. Ende 2002 wurde der Betonturm auf der Schalke dann letztendlich gesprengt, die Abriss- und Abräumarbeiten dauerten jedoch noch mehrere Monate an. Doch der Abriss hatte etwas Gutes: Der alte Aussichtsturm der Schalke konnte wieder an seinen ursprünglichen Platz verlegt werden!

Mehr über die Geschichte des Harzes erfahren!

Heute auf der Schalke: Ein Aussichtsturm, eine Wanderhütte und ein sagenhafter Ausblick!

Der Ausblick vom Aussichtsturm auf der Schalke reicht in die südliche und südöstliche Richtung. Man sieht in der Regel deutlich mehr als den Brocken und den Wurmberg!

Der Blick von Gipfel der Schalke reicht bis zum Brocken und zum Wurmberg. Auf den Weg auf die Schalke kann man aber auch den Bocksberg mit seinem bekannten Gipfel sehen.
Von der Schalke aus kann man die ganz hohen Berge des Harzes sehen – und vor allem den Brocken!

Zugegeben, die Natur hat sich den Gipfel der Schalke noch nicht zu 100 % zurückgeholt, doch eine Wanderung dorthin kann man nur empfehlen. Die Schalke mag zwar recht hoch sein und manche Wanderwege etwas steil, doch die damit verbundenen Mühen lohnen sich. Der Aussichtsturm ist ein lohnenswertes Ziel und bietet eine interessante Aussicht Richtung so bekannten Harzer Bergen wie dem Brocken, nebst Wurmberg, auf dem Acker. Man kann aber auch Altenau wie Clausthal-Zellerfeld klar erkennen. Dieser Aussichtsturm, für den man ein kleines bisschen schwindelfrei sein sollte, ist etwas mehr als 10 Meter hoch und bietet eine gelungene Aussichtsplattform. Bei dieser Stahlkonstruktion handelt es sich um den zweiten Turm auf der Schalke, der 1892 gebaut wurde. Zuvor gab es etwa 10 Jahre lang einen Aussichtsturm, der aus Holz bestand. Der zweite Aussichtsturm, den man als Harzurlauber oder -wanderer heute antrifft, musste also einmal umziehen und konnte erst 2003 wieder an den ursprünglichen Ort zurückverlegt werden. Dieser hat seine Existenz dem Harzklub-Zweigverein Zellerfeld und zahlreichen Spenden zu verdanken. Neben dem Schalker Aussichtsturm findet man zudem eine schöne Hütte die bei dem typischen Oberharzer Wetter Schutz vor Wind und Regen bietet: Die Pötzschner-Hütte. Eine Sitzgruppe in unmittelbarer Nähe lädt bei schönem Sonnenschein für ein kurzes Picknick ein.

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Ab auf die Schalke! Es gibt mehrere Startpunkte zum Wandern.

Die Straße hinauf auf die Schalke, wo sich einst ein Abhörposten der Franzosen befand. Die Steigung ist nicht zu vernachlässigen, doch der Aussichtsturm sowie das tolle Harzer Panoroma entschädigen den anstrengenden Aufstieg zur Schalke.
Eine alte Asphaltstraße führt hinauf auf die Schalke. Diese Straße hat ihre Existenz dem Hochposten auf dem Gipfel der Schalke zu verdanken. Dort wurde durch das französische Militär bis kurz nach der Wende aufgeklärt.

Die Schalke ist von mehreren Orten des Oberharzes aus erreichbar und nicht zuletzt aufgrund der Stempelstelle Nr. 125 Schalker Turm für Wanderer attraktiv, die die Harzer Wandernadel begehren. Ganz unabhängig davon, ob man die Harzer Wandernadel anstrebt, die Schalke ist ein Besuch wert und eine Wanderung inmitten der Oberharzer Natur mit ihren zahlreichen Nadelwäldern und wilden Tieren oder auch Pflanzen und Pilzen gehört zu einem Harzurlaub einfach dazu. Die Schalke ist ebenso wie beispielsweise der Bocksberg eine klare Attraktion der Region, wenn auch deutlich weniger bekannt. Dies bedeutet jedoch auch, dass dort weniger los ist und man mehr Ruhe genießen kann. Dies ist ein großes Plus wie wir finden. Ein besonders guter Standort ist Auerhahn an der Bundesstraße 241. Auerhahn war einst ein bekannter Gasthof, der sich ganz in der Nähe an der alten Harzstraße befand. Heute gibt es dort mehrere Parkplätze und die Möglichkeit, direkt zur Schalke oder zum Bocksberg zu wandern. Der Liebesbankweg führt direkt an Auerhahn vorbei, ferner sieht man den zur Auerhahn-Kaskade gehörenden Auerhahn Teich. Der Auerhahn Teich wird vom Bärentaler Graben gespeist. Bei der Auerhahn-Kaskade handelt es sich um eine Gruppe von alten Teichen des Oberharzer Wasserregals bzw. der Oberharzer Wasserwirtschaft, die als System bis nach Bockswiese hinunter reichen. In Auerhahn kann man also vor Ort entscheiden, wohin die Wanderung gehen soll.

Wer auf die Schalke möchte, hat die Qual der Wahl. Von wo aus soll man mit dem Wandern beginnen? Unsere Empfehlung ist Auerhahn, das an der B 241 zwischen Schalke und Bocksberg liegt.

Der Aussichtsturm der Schalke in einer Nahaufnahme. Der Weg hoch zur Aussichtsplattform wird mit einem fantastischen Panorama des Harzes belohnt.
Beim Aussichtsturm der Schalke handelt es sich um eine Stahlkonstruktion. Der Turm musste zwischenzeitlich wegen dem Abhörposten verlegt werden, befindet sich nun aber dort auf dem Gipfel der Schalke, wo er einst im Jahr 1892 errichtet wurde.

Ist die Wahl auf die Schalke gefallen, führt der Weg eine ältere Asphaltstraße hinauf zum Gipfel. Diese ist für den normalen Verkehr gesperrt, jedoch sollte man auf Radfahrer achten. Bei 12 % Steigung (12 m Höhenunterschied auf 100 m Strecke) muss man natürlich nur auf jene Mountainbiker aufpassen, die den Berg hinunter gefahren kommen. Die 12 % Steigung merkt man schon, doch die sportliche Aktivität rechtfertigt dann das Picknick bzw. die Erfrischung auf dem Gipfel der Schalke.
Auerhahn ist nur einer von vielen Orten, von denen man die Schalke ergründen kann, weitere sind Zellerfeld, Schulenberg, Oker und natürlich Goslar. Doch außer Schulenberg, von dem aus ein kurzer aber sehr steiler Weg zum Schalke-Gipfel beginnt, handelt es sich allesamt um längere Wanderwege, die erst in den Einzugsbereich dieses Oberharzer Berges führen. Natürlich darf man den kleinen Harzer Ort Festenburg nicht vergessen, der ebenfalls sehr nahe bei der Schalke liegt und als Ausgangspunkt für eine Erkundung dienen kann.
Im Fazit kann man sagen, dass die Schalke ein Berg ist, der außerhalb des Oberharzes nicht sonderlich bekannt ist, für den man jedoch eine klare Besuchsempfehlung aussprechen kann, fern des Trubels bekannterer Berge!

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