Gose – Ein Bier des Harzes aus Goslar

Bilde mit dem Schriftzug Goslar, dessen Name sich von der Gose ableitet.
Goslar hat der Gose nicht nur seinen Namen, sondern auch ein ganz spezielles Bier zu verdanken. Die Gose ist ein sehr altes Bier und stellt eine ungewöhnliche Sorte unter den heutigen Bieren dar.

Offiziell mag es sein, dass die Stadt Goslar keinen der üblichen Namenszusätze trägt, die eine Zugehörigkeit zum Harz zum Ausdruck bringt, beispielsweise „im Harz“ oder „Bergstadt“. Goslar sieht sich eher als „Kaiserstadt“, eher selten heißt es „Goslar am Harz„. Doch das Gose Bier, welches neuerdings ein Revival erlebt hat und aus Goslar stammt, hat ebenso wie seine Herkunftsstadt einen direkten Bezug zum Harz – und zwar über den Fluss Gose. Die Gose entspringt einer Quelle an der Ostflanke des Bocksberges bei Auerhahn und stellte das zum Brauen des Gose Bieres erforderliche Wasser zur Verfügung. Man kann also schon mit gutem Grund das Gose Bier als ein Harzer Bier bezeichnen!

Gose Bier: Eine alte Biersorte – und quasi das „Kölsch von Goslar“

Eine Flasche Gose Bier aus Goslar mit dem Adler auf dem Etikett.
Eine Flasche Gose, wie sie heute wieder in Goslar und der näheren Umgebung erhältlich ist. Es gibt mehrere Sorten Gose. Man beachte das Label mit dem bekannten Goslarer Adler.

Das Gose Bier wurde zum ersten Mal im Mittelalter in der Stadt Goslar gebraut. Dies war eine Zeit, als Bier nicht nur als reines Genussmittel, sondern vielmehr als Lebensmittel angesehen werden konnte. Sogar Kindern gab man in jenen Zeiten ein Bier in die Hand, denn dieses hatte einen Vorteil: Aufgrund des Alkohols war das damalige Bier deutlich keimfreier als normales Wasser und barg somit weniger die Gefahr, Infektionskrankheiten durch verunreinigtes Wasser zu erleiden. Dass es sich bei Gose Bier um eine sehr alte Biersorte handelt, erkennt man daran, dass es bereits in Dokumenten von 1392 und 1397 Erwähnung findet. Im Vergleich zu anderen Biersorten – Pilsner wurde erstmals in 1842 gebraut, Kölsch taucht erst Anfang des letzten Jahrhunderts als Begriff auf – ist dies bereits überaus früh. Bereits Kaiser Otto III. soll um das Jahr 1000 herum vom Gose Bier sehr angetan gewesen sein. Die Gose verbreitete sich schnell in der Harzer Region und sogar bis nach Leipzig, wo sich diese Biersorte rapide etablierte. Zum Jahr 1900 rühmte sich Leipzig selbst damit, gar die Gosestadt zu sein. In Goslar wurde Gose – mit einer kleinen Unterbrechung in den 1930ern – seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst nicht mehr gebraut. Erst in den 1990ern wurde die Produktion der Gose in Goslar wieder aufgenommen. Betrachtet man den Ursprung von Gose Bier, stellt man fest, dass nur noch die Großstädte Köln und Berlin die Ehre genießen, Namensgeber einer eigenen Biersorte zu sein. Man könnte also sagen, dass Gose das für Goslar ist, was das Kölsch für Köln ist!

Das Revival von Gose Bier in Goslar und im Harz

Heute kann man Gose Bier direkt in Goslar und in der näheren Harz Region genießen, denn seit dem Jahr 2004 nahm der Braumeister Odin Paul im Brauhaus Goslar die Tradition wieder auf. Es ist direkt vor Ort im Brauhaus am Goslarer Marktkirchhof – direkt gegenüber dem Nordturm der Marktkirche – frisch gezapft erhältlich, oder eben in Flaschen im Einzelhandel. In Flaschen gibt es das Gose Bier ebenfalls in Clausthal-Zellerfeld, sodass man nicht immer in die Innenstadt von Goslar muss, um eine Gose zu trinken. Daneben werden in der Brauerei auch andere Biere gebraut, beispielsweise ein Dunkles Gose oder das Rammelsberger Pils. Saisonal sind mitunter interessante Spezialbiere erhältlich. So kann man sagen, dass das Gose Bier wieder in seiner Heimat Goslar angekommen ist und auch in Zukunft als eine lokale Spezialität für die Kaiserstadt und den Harz stehen wird.

Glas Gose Bier frisch aus der Flasche der Goslarer Brauerei.
Die Gose hat eine interessante Farbe, viel interessanter ist jedoch der Geschmack. Von der Biersorte her ähnelt Gose dem Berliner Weiße im Hinblick auf die Braumethode und der geschmacklichen Note.

7 Fakten zum Gose Bier:

  • Gose ist eine sehr alte Biersorte, die eine mehr als 1000-jährige Geschichte hat.
  • Der Name Gose ist von der Gose, einem am Bocksberg entspringenden Fluss, abgeleitet.
  • Gose ist ein obergäriges Weizenbier, welches früher mit „wilden Hefen“ gebraut wurde.
  • Das Gose Bier hat ein Alkoholgehalt von etwa 4,8 %, was vergleichbar mit dem Alkoholgehalt eine Pilsners ist.
  • Gose ist vom Brauprozess und Geschmack her mit dem Berliner Weisse verwandt.
  • Im Goslarer Brauhaus gibt es verschiedene Gosesorten: Helles Gose und Dunkles Gose.
  • Leipzig war ebenfalls ein Zentrum des Gose Bieres – die Tradition wird heute auch wieder gepflegt.

Neben Gose gibt es noch weitere Harzer Biere!

Der Harz hat im Hinblick auf Bier jedoch noch wesentlich mehr zu bieten als nur Goslarer Gose. Im Oberharz, gibt es in Altenau eine Brauerei, die vier verschiedene alkoholische Biere – darunter Pilsener – sowie ein Malzbier, braut. Auch Hasseröder, aus dem gleichnamigen Stadtteil von Wernigerode, ist als Biermarke mit einem breiten Angebot an verschiedenen Bieren im gleichen Atemzug zu nennen. Vergessen sollte man auch die Tatsache nicht, dass Einbeck, die Geburtsstätte des Bockbieres, über eine lange Biertradition verfügt und eine sehr bekannte Brauerei beheimatet. Einbeck liegt bei Bad Gandersheim und es sind nur knapp 40 km vom Oberharz aus, sodass sich ein dortiger Besuch im Zuge eines Harzurlaubes durchaus lohnen könnte. Ganz gleich, welches Bier ihr mögt – mit Sicherheit werdet ihr eine lokale Harzer Sorte finden, die an einen schönen Urlaub erinnert!

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