Pilze im Harz sammeln – oder „nur“ fotografieren

Pilze im Harz sammeln – oder „nur“ fotografieren

Das Pilzjahr 2017 ist besonders gut, denn es gibt in dieser Saison viele Pilze im Harz zu entdecken und sammeln.

Dieses Jahr ist irgendwie Pilzjahr, das Wetter ist gerade optimal, um all die kleinen und großen Pilze im Harz gedeihen zu lassen. Wir haben ein großartiges – natürlich streng geheimes – Waldstück entdeckt, in dem wirklich hinter jedem Baum ein kleines Pilzchen steht. Im Nationalpark ist das Pilzesammeln verboten und zudem sind Steinpilze sowie einige sehr seltene Exemplare tatsächlich geschützt. Zu den sehr schützenswerten Exemplaren etwa gehören der Königsröhrling (Boletus regius) oder der Hasenröhrling (Gyroporus castaneus). Im Zweifelsfall gilt immer: Einfach stehen lassen. Immer schade, wenn irgendwelche Honks (ja, das Wort hat es 2017 endlich in den Duden geschafft) die Pilze einfach umtreten oder sammeln und dann doch wegwerfen. Für Fotos verändern wir die Pilze in ihrer Umgebung nicht, auch wenn man die Lamellen oder Stiele dann ggf. nicht sieht. Wir waren an zwei Tagen hintereinander unterwegs und haben erlebt, wie schnell die Pilze im Harz angeknabbert werden, umkippen oder einfach emporkommen. In einem relativ kleinen Areal fanden wir, außer Pfifferlingen, wirklich einige Pilzsorten, die wir absolut nicht zuordnen konnten, trotz dreier Bücher und anschließendem Googeln. Da wir, mit Ausnahme von Pfifferlingen, keine Pilze essen, kommt sowieso nur das Fotografieren infrage. Hinzu kommt, dass wirklich viele Pilze, die erst einmal ganz gut aussehen, innen voller Maden sind – da vergeht mir leider alles. Sommer-Röhrlinge (Boletus fechtneri) können wir leider auch nach wie vor nicht von dem Wurzelnden Bitter-Röhrling (Boletus radicans) unterscheiden und nur ersterer ist essbar, also bleiben wir beim Fotografieren.

Der Harz bringt bei passenden Wetter und in der Saison eine Vielzahl an fantastischen Pilzen hervor. Wer kein Experte ist, sollte vom Sammeln und Essen unbedingt Abstand nehmen. Viele Pilze sind giftig bis tödlich. Auch bitten wir darum, keine Pilze anzufassen. Das Suchen und Fotografieren macht ebenfalls viel Spaß – und im Harz kann man viele Pilze mit den Bildern in den klassischen Pilzratgebern abgleichen!

Mehr über Pilze im Harz erfahren!
Ein Pilz in einem Wald des Oberharzes ganz in der Nähe des Bocksberges bei Hahnenklee und Bockswiese.
Ein klassisches Bild eines Pilzes im Harz. Manche Exemplare verstecken sich gerne. Diesen Pilz haben wir direkt gefunden!

Pilze und ihre Baumpartner – eine wunderbare Symbiose

Besonders gut gedeihen zahlreiche Pilze auf den nährstoffarmen, sauren Böden im Harz, vor allem die Steinpilze (Boletales), aber auch viele Stäublinge wie etwa der Flaschen-Stäubling (Lycoperdon perlatum). Die Steinpilze wachsen oft ganz nah an den Bäumen, beispielsweise der Fichtensteinpilz (Boletus edulis), den man von Juli bis November an seinen Baumpartnern finden kann. Leider ist er leicht mit dem schwach giftigen Gallenröhrling (Tylopilus felleus) zu verwechseln. Zu den sogenannten Mykorrhizapilzen gehören viele sehr bekannte und bevorzugte Speisepilze im Harz. Die Harzer Fichten haben eine ganze Reihe an Pilzen zum Partner – und zu diesen gehören eben auch viele giftige Pilzarten, darunter zahlreiche Wulstlinge, der Spitzhütige Knollenblätterpilz (Amanita virosa) und der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina), der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Letzter ist zudem häufig in der Nähe von Birken anzutreffen. Weitere typische Partner für die Fichten im Harz sind natürlich die ganzen Röhrlinge wie Maronen-Röhrlinge (Xerocomus badius) oder die Ziegelippe (Xerocomus subtomentosus), die überaus beliebte Speisepilze sind. Morcheln, beispielsweise die Gemeine Morchel (Morchella vulgaris), leben gerne bei Eschen, die eher nährstoffreiche Böden bevorzugen – und gehören dennoch zu den häufigen Pilzen im Harz. An Baumstümpfen sieht man sehr oft den in großer Zahl auftretenden Hallimasch (Armillaria mellea) oder eben die unterschiedlichen Lackporlinge (Ganoderma).

Beim Fotografieren ist es egal, ob es sich nun um einen Speisepilz oder um ein giftiges Exemplar handelt. Der Harz bietet hervorragende Wanderungen für Pilz-Fans!

Der Harz: Anders, aber schön!

Pilze im Harz bestimmen: Nicht immer einfach

Für das Sammeln und Essen von Pilzen muss man diese mit absoluter Sicherheit identifizieren können. Das Fotografieren von Pilzen, wie dieser Pantherpilz oder Perlpilz, geht natürlich immer.
Bei vielen Pilzen besteht eine sehr hohe Verwechslungsgefahr. Bei diesen Pilzen könnte es sich um den Pantherpilz oder um einen Perlpilz handeln. Ganz unabhängig davon, um welchen Pilz es sich nun genau handelt: Beide Pilze sind giftig und nicht essbar. Wer Pilze sammeln und essen möchte, muss sich sehr gut damit auskennen. Daher überlassen wir das Sammeln und Essen von Pilzen lieber den Experten. Fotografieren geht jedoch immer!

So schön es sein mag – mit einer App funktioniert es im Harz nicht. Wirklich nicht. Nur um Clausthal herum etwa ist das Netz gut, ansonsten ist aufgrund des schlechten Empfangs an die Nutzung einer Pilzapp nicht zu denken. In der Nähe des Bocksbergs und des Kuttelbacher Teichs gab es gar keinen Empfang. Immer mit dabei haben wir aber zwei kleine Bücher, und zwar Welcher Pilz ist das? Markus Flück, Kosmos Verlag – das Buch gibt es auch in einer Miniversion für unterwegs; Pilze erkennen und bestimmen; Wegweiser Natur über Naumann & Göbel mbH, Köln. Beide dienen mehr einer groben Orientierung. Am besten ist es immer, einen ganztätigen Pilzkurs einer Pilzschule hier im Harz zu besuchen. (Pilzschule.de oder pilzfreundetreff.de) Zudem gibt es die Möglichkeit, sich von fachkundigen Pilzkennern beraten zu lassen. Wo diese zu finden sind, erfährt man auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. ersichtlich. Dort gibt es die Möglichkeit, nach Postleitzahlen Pilzsachverständige zu suchen und zu kontaktieren.

Bei nicht wenigen Pilzen ist man sich trotz Ratgeber nicht sicher, um welche Art es sich handelt. Viele Pilze sehen sich sehr ähnlich und bergen eine enorme Verwechslungsgefahr.

Lost Places im Harz!

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Pilze sammeln und fotografieren – Achtung Zeckenalarm

In der Pilzzeit kommen auch häufig Zecken vor. Mensch und Hund sollten sich vor Zecken schützen, damit das Pilze suchen, sammeln und fotografieren bzw. identifizieren Spaß macht.
Pilzeit ist leider meistens auch Zeckenzeit. In noch größerer Anzahl als diese Pilze kommen Zecken zur Pilzsaison vor. Schutz für Mensch und Hund ist auf den Touren durch die Wälder des Harzes überaus empfehlenswert! Den Spaß am Wandern und Pilze suchen sollte man sich von den Zecken jedoch nicht verderben lassen.

Das Jahr 2017 war aber auch DAS Zeckenjahr überhaupt. So viele Zecken im Harz und im Harzvorland hatten wir an unseren Hunden und an uns selbst noch nie. Besonders schlimm war der Ausflug zum Sudmerberg, bei dem der Podi alle 3 Minuten eine Zecke auf der Nase hatte und die Viecher munter über unsere Schuhe gekrabbelt sind. Auch beim Fotografieren der Pilze im und um den Harz mussten wir uns entsprechend vorsehen und am besten hinterher absuchen. Die Hunde bekommen jedes Jahr, nach unseren weniger guten Erfahrungen mit Spot-On Präparaten, auf Anraten unserer Tierärztin Zeckenhalsbänder – Seresto, um genauer zu sein. Die wirken und wirkten auch zur Zeckenhochsaison ausgesprochen gut beim Durchstreifen der Blaubeersträucher und Gräser im Harz, für Wasserorganismen, wie man Sie in den Teichen des Oberharzes findet, ist der Wirkstoff unschädlich. Wasserliebende Hunde können also in Teiche, Seen und Flüsse springen. Wir sind super zufrieden mit Autan Plus, was dann etwa immerhin zwei Stunden und sehr zuverlässig wirkt. Zu schnell vergisst man beim Pilze sammeln oder um Lost Places herum die Zeit und die bestehende Zeckengefahr. Bei über 7 Grad sind Zecken nun mal – unabhängig von der Jahreszeit – aktiv und schätzen, genau wie Pilze, feuchtwarmes Klima im Wald und in Gärten sehr. Gegen das FSME-Virus gibt es natürlich Impfungen, gegen Borreliose leider nicht.

Mit der Pilzzeit geht die „Zeckenzeit“ oftmals einher. Ein Zeckenschutz für Mensch und Tier ist überaus sinnvoll. Dies gilt nicht nur für den Harz!

Weitere Pilzbilder in der Gallerie!

10 Gründe für einen Harzurlaub!

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Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

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