Wernigerode: Die bunte Stadt am Harz mit Schmalspurbahn und Nähe zum Brocken!

Für Hermann Löns war Wernigerode die bunte Stadt am Harz. Bei den vielen Fachwerkhäusern und den zahlreichen Freizeitmöglichkeiten trifft dies auch mehr als 100 Jahre später noch immer zu. Erfahrt, warum sich ein Besuch in Wernigerode lohnt – und was Ihr dort im Harzurlaub alles machen könnt!

Das Rathaus vom Wernigerode ist mindestens genauso bekannt wie das Schloss, die Harzer Schmalspurbahn oder der Brocken.
Daran denken wohl die meisten Harzurlauber, wenn Sie „Wernigerode“ hören: Das Rathaus in klassischer Fachwerkbauweise. Die Wolken am Himmel täuschen, denn im Vergleich zu anderen Städten und Orten des Harzes gibt es hier nur wenig Niederschlag. Das liegt an der günstigen Lage am Nordrand des Harzes, die einen gewissen Wetterschutz bietet. Ganz unabhängig vom Wetter ist ein Besuch oder ein Urlaub in Wernigerode sehr empfehlenswert!

Wernigerode gehört ohne Frage zu den bekannteren Städten des Harzes und stellt für viele Harzurlauber einen attraktiven Standort mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten dar. Nicht ganz so alt wie das ebenfalls am Nordharz gelegene Goslar, handelt es sich bei Wernigerode um eine Stadt mit langer Geschichte und einer Vielzahl an Fachwerkhäusern, die eine ganz besondere Atmosphäre versprühen. Für einen Besuch in Wernigerode sprechen viele gute Gründe, sodass wir Euch einen umfassenden Überblick zu der Stadt selbst und den dortigen Attraktionen geben möchten.

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Die Lage von Wernigerode: Optimal, um den Brocken und den gesamten Nordharz zu erkunden!

Die günstige Lage von Wernigerode trägt vermutlich, neben dem überaus gepflegtem Stadtbild, erheblich zu der Beliebtheit bei. So ist es weder mit dem Auto noch mit der Harzer Schmalspurbahn weit bis zum Brocken – wobei sich vermutlich keiner beschwert, wenn die Fahrt mit einer Dampfbahn lange dauert. Gleiches gilt für die anderen bekannten Städte am Rand des Nordharzes mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Man denkt nur an Quedlinburg, Thale, Goslar, Ilsenburg, Bad Harzburg oder Blankenburg, um ein paar zu nennen. Zudem eröffnet sich einem von Wernigerode aus zusätzlich zu dem Hochharz leicht der Zugang zum Unterharz mit der Rappbodetalsperre, die man unkompliziert mit dem Auto erreichen kann. Wenn man die Lage von Wernigerode anspricht, darf man zudem einen weiteren Punkt nicht vernachlässigen: Wernigerode liegt im Regenschatten des Harzes, sodass sich der Niederschlag in Grenzen hält. Andere Städte, gerade im Harz, beispielsweise Schierke oder Torfhaus, können davon nur träumen. Doch was wäre der Harz ohne Nebel und Regen und ohne die zahlreichen Nadelbaumwälder? Kleinere Föhneffekte, wie man sie beispielsweise aus dem süddeutschen Raum bei München kennt, treten ebenfalls im Stadtgebiet von Wernigerode auf. Im Fazit ist Wernigerode also schon einmal ein sehr geeigneter Standort, um den Harz zu erkunden und dieses Mittelgebirge von seiner schönen Seite aus kennenzulernen. Die Architektur und das ansprechende Stadtbild tragen dazu bei.

Fachwerkhäuser in Wernigerode nahe dem Rathaus samt Brunnen und Marktplatz.
Das Bild von Wernigerode ist durch zahlreiche Fachwerkhäuser geprägt, die zu einer ganz besonderen Atmosphäre beitragen. Die Altstadt ist recht groß, sodass man als Spaziergänger viel zu sehen bekommt.

Wernigerode ist in einer Sache wenig harztypisch: Es regnet deutlich seltener als in anderen Städten und Orten des Harzes. Dies liegt daran, dass Wernigerode im Regenschatten des Harzes liegt und somit vor schlechtem Wetter regelrecht geschützt wird.

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Das kann man in Wernigerode machen: Harzer Schmalspurbahn und mehr!

Harzer Schmalspurbahn (Harzquerbahn, Brockenbahn & Selketalbahn)

Mit am bekanntesten dürfte die Harzer Schmalspurbahn sein, die im Dampfbetrieb viele schöne Orte des Harzes miteinander verbindet und vor allem dorthin führt, wo die meisten hin wollen: Zum Brocken. In Wernigerode eingestiegen, führt die Strecke über Hasserode, dem Stadtteil, der Namensgeber für das weltweit bekannte Bier ist. In Drei Annen Hohne entscheidet sich dann, wo man hinfährt. Befindet man sich in der Harzquerbahn, ist der nächste Stop samt Bahnhof in Elend und die Endstation liegt dann viel weiter südlich in Nordhausen. Möchte man zum Brocken hinauf, führen die Schienen einen zunächst nach Schierke, dem beliebten Urlaubsort am Fuße des Brockens. Nicht zu vergessen ist die Selketalbahn, die Quedlinburg unter anderem mit Alexisbad, Hasselfeld und der Station Eisfelder Mühle verbindet, wobei letztere zur Strecke der Harzquerbahn gehört. Für Eisenbahnfans ist Wernigerode also eine guter Einstieg in das mehr als 140 km lange Streckennetz, dessen Spur 1.000 mm misst. Die Normalspur hat im Übrigen eine Spurweite von 1.435 mm.

Luftfahrtmuseum Wernigerode

Mehr als eine reine Alternative zur Brockenbahn oder zum Rathaus bzw. Schloss vom Wernigerode: Das Luftfahrtmuseum mit zahlreichen Flugzeugen und Kraftfahrzeugen sowie Simulatoren.
In Wernigerode gibt es mehr zu entdecken als die üblichen Attraktionen wie das Schloss oder die Harzer Schmalspurbahn (HSB). Ein echtes Highligt ist ebenfalls das Luftfahrtmuseum Wernigerode, das über eine interessante und spanennde Sammlung an Luftfahrzeugen und anderen technischen Geräten präsentiert.

Wem die Fliegerei mehr zusagt, der findet mehr als eine reine Alternative zum Brocken und zur historischen Bahn im Luftfahrtmuseum Wernigerode. Die dortige Sammlung ist ansprechend präsentiert, barrierefrei und bietet interessante Ausstellungsstücke mit Fokus auf das Jet-Zeitalter. Mehrere spannende Stunden im Museum, das durch die Aufbereitung der Ausstellung und durch eine überaus angenehme Atmosphäre besticht, sind keine Seltenheit. Zudem ist es kinderfreundlich sodass jeder Besucher sich unabhängig vom Alter die verschiedenen Flugzeuge und Cockpitteile anschauen kann. Flugsimulatoren, die man zu fairen Preisen nutzen kann, runden das Angebot des Luftfahrtmuseums Wernigerode ab.

Mehr über das Luftfahrtmuseum Wernigerode erfahren!

Hasseröder Brauerei

1872 wurde im Stadtteil Hasserode von Wernigerode eine Brauerei mit dem Namen „Zum Auerhahn“ gegründet, die 1896 zu einer Aktiengesellschaft wurde und kontinuierlich wuchs. Zu Zeiten der DDR war das Hasseröder ein regional beliebtes Bier, das erst nach der Wende so richtig aufsteigen konnte. Heute gehört das Hasseröder mit dem Auerhahn im Logo zu einem der beliebtesten Biere Deutschlands, und ist seit 2002 Teil des belgischen Bierkonzerns AB-inBeV. Der Umzug von Hasserode in das neue Industriegebiet Wernigerodes erfolgte Mitte der 90er Jahre. Die Größe der heutigen Anlage ist beeindruckend. Bierkästen stehen in großer Anzahl vor den Werkshallen. So sieht eine moderne Brauerei, die zu einem internationalen Brauereikonzern gehört, aus. Die Hasseröder Brauerei betreibt vor dem eigentlichen Werksgelände einen kleinen Shop, in welchem man diverse Merchandising-Produkte rund um diese Harzer Biermarke kaufen kann. Besichtigungen der Brauerei mit Führung werden selbstverständlich angeboten. Der Werksverkauf von Wergona und das Baumkuchenhaus befinden sich im selben Industriegebiet, sodass man einen Besuch der Hasseröder Brauerei damit verbinden kann. Weitere Harzer Biere sind das Altenauer sowie das in Goslar angebotene Gose des Brauhauses Goslar.

Das Freizeitangebot Wernigerodes ist groß und breit gefächert – es ist für jeden etwas dabei. Besonders bekannt dürften das Rathaus sowie das Schloss und die Harzer Schmalspurbahn sein.

Schloss Wernigerode

Weiteres Foto vom Rathaus Wernigerode im Fachwerkstil.
Vom Schloss Wernigerode dürfen wir leider kein Foto präsentieren. Daher noch eine Nahaufnahme vom Rathaus in Wernigerode

Leider ist der Betreiber des Schlosses Wernigerode wenig entgegenkommend, was die Veröffentlichung von Bildern angeht. Daher müssen wir leider darauf verzichten, ein solches Bild hier zur Verfügung zu stellen. Schade, aber vielleicht steckt dahinter auch eine ganz moderne Marketingstrategie, um mehr Besucher anzulocken. Das Schloss Wernigerode ist tatsächlich als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt aufgeführt und wurde 2004 ins Markenregister eingetragen. Das erklärt auch, warum man mit dem entsprechenden Trademark-Symbol auftritt. Was hätten wohl die Erbauer des Schlosses dazu gesagt? Wir werden es nie erfahren. Ganz gleich, welche Motivation dahinter stehen mag, das Schloss ist neben dem Rathaus das wichtigste Wahrzeichen von Wernigerode – und trägt zu einer historischen Atmosphäre aus längst vergessenen Tagen bei, welche Harzurlauber an der Stadt so schätzen. Der Weg auf den Berg lohnt sich nicht wegen dem Schloss als Bauwerk selbst (auch hier ist das Fotografieren natürlich verboten), sondern vor allem wegen der tollen Aussicht über die Dächer von Wernigerode.

Kleinstes Haus Wernigerode

Es gibt auch ein altes Fachwerkhaus in Wernigerode, welches sich zu recht ganz offiziell als „Kleines Haus“ bezeichnen darf und dementsprechend eine Attraktion darstellt. Das Haus, Kochstraße 43, wurde bereits 1792 errichtet und ist nur 2,95 m breit bei einer Höhe von 4,20 m. Die Höhe der Eingangstür beträgt nur 1,7 m. Für die damaligen Bewohner im 18. und 19. Jahrhundert dürfte das kein allzu großes Problem gewesen sein, in das Haus zu kommen. Doch bei einer Belegung von ingesamt 11 Personen, die zeitweilig dort gleichzeitig gewohnt haben sollen, ist es vermutlich unangenehm eng gewesen. Diese hohe Belegung resultiert vermutlich aus dem Umstand, dass das Kleinste Haus Wernigerodes nahe bei der Stadtmauer lag – ein Zeichen für eine ärmere Wohngegend in der damaligen Zeit. Heute wird das Kleinste Haus Wernigerode als Museum für Volkskunde betrieben und zieht immer wieder viele Besucher an.

Harzer Baumkuchenhaus

In Wernigerode gibt es eine Institution, die sich voll und ganz dem Baumkuchen widmet: Das Harzer Baumkuchenhaus. Nur unschwer am Äußeren zu erkennen, liegt das Baumkuchenhaus nordwestlich der Kernstadt, ziemlich nahe bei der Hasseröder Brauerei und der Wergona Schokoladen GmbH, die im Übrigen einen interessanten Werksverkauf mit Schokoladenwaren zu sehr günstigen Preisen betreibt. Dort findet man ein breites Angebot an verschiedensten Baumkuchenspezialitäten und kann auch Kuchen zum Mitnehmen kaufen. In der Regel ist es im Harzer Baumkuchenhaus sehr voll, sodass man damit rechnen muss, mal keinen Platz zu bekommen.

Wildpark Christianental

Vom Rathaus über die Harzer Schmalspurbahn bis hin zum Wildpark Christianental: In Wernigerode wird jeder Harzurlauber etwas Spannendes und Interessantes finden. Wer Ruhe sucht ist dank der zahlreichen Wanderwege rund um Wernigerode ebenfalls richtig.

Ein Hirsch im Wildpark Christianental innerhalb des Stadtgebiets vom Wernigerode.
Richtig wild geht es in Wernigerode m Wildpark Christianental zu. Dort leben die verschiedensten Wildtiere und lassen sich meistens gerne fotografieren.

Das Christianental liegt südöstlich der Innenstadt von Wernigerode und man erreicht es über die B244, die Richtung Elbingerode im Harz führt. Der Wildpark hält vieles für den Besucher bereit. Gegen einen sehr geringen Eintrittspreis, den man selbst in einer Box entrichtet, kann man eine Vielfalt an Tieren sehen. Der Wildpark Christinental ist wunderschön und lädt auch zum Spaziergang mit Hunden ein. Man muss lediglich darauf achten, dass Hunde nicht zu nah an die Zäune der einzelnen Gehege herankommen. Für Familien mit Kindern ist es ohnehin ein absoluter Tipp. Die Bandbreite an dort lebenden Tieren ist sehr groß und reicht von klassischen Wildtieren über Eulen bis hin zu Waschbären und Ziegen. Für jeden Tierfreund ist im Wildpark Christianental etwas dabei. Und fotogen sind die Tiere ebenfalls. Besonders schön ist zudem die Architektur der sich im Wildpark befindlichen Häuser, darunter auch eine Pension.

Bei den oben beschriebenen Attraktionen handelt es sich natürlich nur um eine Auswahl. In Wernigerode gibt es noch viel mehr. Außerdem kann man in der Stadt schön einkaufen gehen, so gibt es unter anderem einen sehr schönen Buchladen und mehrere Restaurants sowie Cafés, die zum Verweilen einladen. Die Freizeitklassiker des Harzes wie Wandern, Mountainbiken, Ski fahren und Schwimmen sind in und um Wernigerode natürlich möglich. Nach Schierke ist es nicht weit und das Wandernetz ist hervorragend ausgebaut sowie bestens beschrieben.

Mehr Bilder und Informationen zum Wildpark Christianental!

Ein kurzer Einblick in die Geschichte von Wernigerode.

Die Geschichte von Wernigerode beginnt offiziell im Jahr 1121 und erlebte den letzten großen Umbruch durch die Öffnung der Grenze mit der anschließenden Wiedervereinigung.

Bild eines Waldes mit harztypischen Nadelbäumen und Pilzen bei Wernigerode.
Bis auf das Wetter ist in und um Wernigerode alles typisch Harz! Schöne Wälder und Berge laden zum Wandern und zum Mountainbiken ein. Im Winter ist es nicht sehr weit zu den bekannten Wintersportorten des Harzes. Entspannen lässt es sich in Wernigerode ebenfalls sehr gut!

Auch wenn Wernigerode nicht ganz so alt wie Goslar am Rande des Oberharzes ist, so blickt die Stadt auf eine recht lange Geschichte zurück. Urkundlich fand Wernigerode 1121 erstmals Erwähnung und bekam dann im Jahr 1229 die Stadtrechte verliehen. Als Vorbild galt hier die alte Kaiser- und Reichsstadt Goslar, die knapp 40 km weiter westlich liegt. Bereits im 13. Jahrhundert entstand durch den Zuzug zahlreicher Menschen aus den Orten der Region eine Neustadt außerhalb der Stadtmauern. 1429 wurde Wernigerode Sitz der Grafen zu Stolberg. Der spätere Bauernkrieg führte zu zahlreichen Zerstörungen, Plünderungen und Bränden, die der Bevölkerung von Wernigerode stark zusetzen. Besonders berüchtigt sind die Hexenprozesse von Wernigerode im 16. Jahrhundert, die den Scheiterhaufen für etwa 20 Personen, meist Frauen, bedeutete. Während der Zeit Napoleons gehörte Wernigerode zum Königreich Westphalen, um nach dessen Niedergang Preußen zugeordnet zu werden. Wie in anderen Städten und Orten des Harzes auch, setzte gegen Ende des 19. Jahrhundertes der Tourismus mit allen damit einhergehenden Vorteilen für die Region ein. Die ausbleibende völlige Zerstörung Wernigerodes ist dem letzten Stadtkommandanten, Oberst Gustav Petri, zu verdanken, der weigerte, die Stadt gegen die vorrückenden Amerikaner auf sinnlose Weise zu verteidigen. Oberst Petri wurde dafür von SS-Schergen in Drei Annen Hohne standrechtlich erschossen. Heute befindet sich ganz in der Nähe dieses Ortes ein Gedenkstein, der an Gustav Petri erinnert. Während des Krieges war Wernigerode ein Ort der Rüstungsindustrie, in dem Zwangsarbeiter und KZ-Insassen auf menschenverachtende Weise zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Nach dem Ende der deutschen Teilung, die der Bausubstanz wenig zuträglich war, entwickelte sich Wernigerode dann wieder zu einer beliebten Touristenstadt.

Wernigerode im Fazit: Eine beeindruckende Harzer Stadt!

Wernigerode ist dabei weder zu laut noch zu leer. Das macht die Stadt so angenehm und lädt zum Spazierengehen durch die Straßen und Gassen mit den alten Fachwerkhäusern ein. Dass es nicht immer die Brockenbahn oder das Rathaus sein müssen, zeigen die vielen Attraktionen außerhalb des Altstadtkerns. Man denke nur an das Baumkuchenhaus oder an das Luftfahrtmuseum Wernigerode. Darüber hinaus sind alle harztypischen Aktivitäten in oder von Wernigerode aus leicht umsetzbar. Eine klare Empfehlung gibt es von Harz-Region.de für diese einmalige Stadt am Nordrand des Harzes!

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