Granetalsperre – Wo die Grane bei Goslar gestaut wird

Bild der Granetalsperre bei schönem Wetter im Harz.
Bei Sonnenschein ist die Granetalsperre besonders schön. Sie ist schnell von Goslar aus zu erreichen und ein angenehmer Ort, um als Wanderer oder Angler Ruhe zu finden.

Im nördlichen Oberharz gibt es drei große Talsperren. Während die Okertalsperre sowie die Innerstetalsperre überaus bekannt sind, ist dies bei der Granetalsperre eher weniger der Fall. Dabei ist die Granetalsperre deutlich größer als die Innerstetalsperre und kommt sowohl im Hinblick auf die Stauseefläche als auch auf das Wasservolumen nahezu an die Okertalsperre heran. Zudem ist die Granetalsperre die aus Goslar am schnellsten zu erreichende Talsperre des Oberharzes.

Die Aufgabe der Granetalsperre: Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz.

Die Granetalsperre mit Baujahr 1969 ist die jüngste Talsperre des Oberharzes und gehört zu einem Trinkwasser- und Hochwasserschutzsystem, wozu sie auch über Wasserleitungen mit der Innerste- und Okertalsperre verbunden ist. Es handelt sich unter anderem um den fast 5 km langen Oker-Grane-Stollen und eine etwa 7 km lange Leitung zur weiter westlich gelegenen Innerstetalsperre. Dies rührt daher, dass die Grane nur wenig Wasser führt und der Okertal- sowie Innerstetalsperre in Zeiten großer anfallenden Wassermengen – beispielsweise aufgrund von Schneeschmelzen – „aushelfen“ soll. Seit 1972 werden die größeren Städte wie Braunschweig und Hildesheim nun schon mit dem qualitativ hochwertigen Harzer Wasser versorgt und gleichzeitig vor Hochwasser geschützt.
Daneben wird „nebenbei“ noch ein wenig elektrische Energie über ein kleines Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 180 kW gewonnen – es liefert im Jahr ca. 400.000 kWh, was eine jährliche Betriebsdauer von etwa 92 Tagen oder einem Vierteljahr bedeutet.

Wer sich für die Hintergründe und technischen Aspekte der Granetalsperre interessiert, erfährt mehr bei den Info-Tafeln der Harzwasserwerke sowie bei einer Ausstellung zum Thema „Wasser“. Betriebsführungen sind nach Anmeldung ebenfalls möglich.

Eine Aussicht auf den Staudamm der Granetalsperre bei gutem Wetter.
Das Wasser der Granetalsperre wird mit einem Erdamm, der über eine Betondecke verfügt, gestaut.

Informationen zur Granetalsperre:

  • Bauzeit: 1966 – 1969 (jüngste Talsperre des Oberharzes)
  • Höhenlage: ca. 310 m ü N.N.
  • Wasserfläche: etwa 2,19 km2
  • Speichervolumen: ca. 46 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: 22 km2 (ohne Zuleitungen)
  • Durchschnittlicher Jahresabfluss: ca. 178 Mio. m3 (etwa 3,8-faches Speichervolumen)
  • Staumauer: Ausgeführt als Erddamm mit Asphaltbeton, Höhe: ca. 62 m, Länge: ca. 600 m

Freizeit an der Granetalsperre: Wandern, Rad fahren und angeln.

Damit der hohe Qualitätsanspruch an das Trinkwasser aus der Granetalsperre gewährleistet werden kann, sind das Schwimmen sowie der Wassersport an sich nicht gestattet. Dies hat für Angler jedoch den Vorteil, dass es einen sehr guten Fischbestand gibt. So finden sich Regenbogenforellen ebenso in der Granetalsperre wie Bach- und Seeforellen. Die Granetalsperre ist darüber hinaus für sehr große Barschexemplare bekannt. Das Angelrevier wird durch den Klub Braunschweiger Fischer e.V. betreut. Bis auf Weiteres ist das Spinnfischen mit Spinner oder Blinker erlaubt, in der Regel ist jedoch nur das reine Fliegenfischen mit Flugschnur und künstlicher Fliege erlaubt.

Hinweise zum Angelrevier Grantetalsperre

  • Die Saison an der Grantetalsperre beginnt zum 01. April und endet zum 31. Oktober.
  • In den vergangenen Jahren wurde die Talsperre mit Bachforellen sowie Seesaiblingen besetzt, da es in der Vergangenheit einen zu großen Bestand an Barschen und Hechten gab.
  • Aktuell ist Angeln mit Spinner oder Blinker erlaubt, jedoch nur auf Widerruf.
  • Normalerweise darf man nur Fliegenfischen mit Flugschnur und künstlicher Fliege.
  • Nachtangeln und Anfüttern sind verboten.
  • Es darf nur eine Angel mitgeführt werden.
  • Pächter des Granetalsperre-Reviers ist der Klub Braunschweiger Fischer e.V.

Trotz des Badeverbotes für die Granetalsperre bietet diese einen schönen Ort zum Wandern und zum Rad fahren. Aufgrund des Umstandes, dass keine Straße an der Granetalsperre vorbeiführt, ist es dort wirklich sehr ruhig. Zu der Granetalsperre kommt man am besten über den Parkplatz vor der Staumauer im Langelsheimer Stadtteil Herzog-Juliushütte. Von der Goslarer Innenstadt aus sind es nur wenige Kilomenter bis zum Parkplatz an der Granetalsperre.
Zu Fuß oder mit dem Rad bzw. Mountainbike kann man den etwa 15 km langen Rundweg erkunden. Für jene Wanderer unter Euch, die die Harzer Wandernadel anstreben, ist insbesondere die Stempelstelle Nr. 110 wichtig!

Die Granetalsperre als Ausflugsziel im Fazit.

Staumauer der Granetalsperre, wo man gut Angeln und eine Ausstellung besuchen kann.
Das Wasser der Granetalsperre wird nach Bedarf abgelassen. Sie sichert die Trinkwasserversorgung und bietet Hochwasserschutz. Für Angler ist es ein gutes Revier. Eine Ausstellung vor Ort informiert über die Funktionsweise einer Talsperre.

Obwohl die Granetalsperre zu den großen und bekannten Talsperren des Oberharzes gehört, ist das Freizeitangebot deutlich geringer als an der benachbarten Innerste- und Okertalsperre. Dies liegt daran, dass die Granetalsperre der Trinkwasserversorgung dient und daher jeglicher Wassersport, darunter auch das Schwimmen, auf ihr verboten ist. Was den einen einschränkt, freut den anderen – und zwar den Angler. Mit bestimmten Auflagen ist das Angeln an der Granetalsperre gestattet und man kann sich dabei als Angler über den guten Fischbestand freuen. Auf Wanderer und Radfahrer sowie Mountainbiker wartet ein interessanter Rundwanderweg mit einer tollen und ruhigen Natur – wie man sie vom Oberharz her kennt. Autos sieht man in der unmittelbaren Nähe der Granetalsperre nicht, was sehr zur Ruhe der Umgebung beiträgt. Wer also Entspannung sucht, oder dem Angelsport nachgeht, ist an der Granetalsperre absolut richtig. Wer hingegen nach Action und Wassersport strebt, fährt besser zu einer der anderen Talsperren des Oberharzes.

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