Die Innerstetalsperre – Die westlichste Talsperre des Harzes und Ihre Freizeitmöglichkeiten

Bild der Innerstetalsperre im Oberharz mit dem markanten Überlaufturm bei der Staumauer.
Die Innerstetalsperre liegt zwischen Lauthental im Oberharz und Langelsheim am Harzrand. Der markante Überlaufturm ist das „Wahrzeichen“ dieser bekannten Harzer Talsperre.

Von den Talsperren im Oberharz sind es vor allem die Okertalsperre und die Innerstetalsperre, die am bekanntesten sind. Durch die Innerste gespeist, die Wildemann und Lautenthal durchfließt, ist die Innerstetalsperre die westlichste Talsperre des Oberharzes und damit des gesamten Harzes. Zwar hat die Innerstetalsperre keine Schifffahrt – wie die Okertalsperre mit der dort stationierten MS Aqua Marin – aber Sie verschlang nach Ihrem Bau in den frühen 1960ern ebenfalls bebautes Gebiet. Dieses war nicht so bedeutend wie Schulenberg, ist jedoch erwähnenswert. Was sehr für die Innerstetalsperre spricht, sind die vielen Freizeitmöglichkeiten vor Ort sowie die Nähe zu den Bergstädten Wildemann, Lautenthal, Wolfshagen im Harz und natürlich auch zu Langelsheim am Harz. Warum sich ein Besuch der Innerstetalsperre für Euch als Harzurlauber lohnen könnte, darum geht es in den folgenden Zeilen!

Charakteristisch für die Innerstetalsperre: Der markante Überlaufturm

Wenn man sich Bilder von den Talsperren im Harz anschaut, so wird man in vielen Fällen die Innerstetalsperre direkt erkennen können. Dies liegt an dem Überlaufturm in markanter Betonbauweise, der in direkter Nähe zu der Staumauer liegt und so das charakteristische Bild der Innerstetalsperre seit 1966 prägt. Über diesen Überlaufturm können im Rahmen des Hochwasserschutzes Wassermassen mit großer Geschwindigkeit abgeführt werden. Die Talsperre nimmt dabei „Druck“ aus dem System und dämpft das Hochwasser.
Zudem ist das Besondere an der Innerstetalsperre, dass diese über die längste Staumauer aller Harzer Stauseen verfügt – es sind in etwa 750 m, was drei Mal der Länge der Staumauer der Okertalsperre entspricht. Nur die Talsperre Kelbra verfügt über eine (wesentlich) längere Kronenlänge, doch handelt es sich bei dem Absperrbauwerk eher um einen Damm als um eine typische Talsperrenmauer. Trotz der langen Absperrmauer ist das Speichervolumen der Innerstetalsperre mit etwa 20 Mio. m3 sehr klein, verglichen mit den 47 Mio. m3 der Okertalsperre. Neben dem Hochwasserschutz dient sie der Trinkwassergewinnung, denn sie ist über eine direkte Leitung mit der bei Astfeld gelegenen Granetalsperre verbunden, wo bei Bedarf hinzugepumptes Wasser als Trinkwasser aufbereitet wird. Diese Verbindungsleitung zwischen der Innerste- und Granetalsperre ist mehr als 4 km lang.

Auf der Staumauer der Innerstetalsperre, die die längste der Harzer Talsperren ist, kann man gut Wandern oder Rad fahren. Es gibt eine Rundweg um die Talsperre herum.
Die Staumauer der Innerstetalsperre hält den Rekord: Sie ist die längste Staumauer aller Harzer Stauseen.

Daten und Fakten zur Innerstetalsperre

  • Bauzeit: 1963 – 1966
  • Höhenlage: ca. 264 m ü N.N.
  • Wasserfläche: ca. 1,4 km2
  • Speichervolumen: ca. 20 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: 97 km2
  • Durchschnittlicher Jahresabfluss: ca. 75 Mio. m3 (ca. 1,6-faches Speichervolumen)
  • Staumauer: Ausgeführt als Erddamm, abgedichtet mit mehreren Lagen Asphaltbeton und mit integriertem wasserseitigem Kontrolltunnel (längste Stauseemauer im gesamten Harz), Höhe: ca. 40 m, Länge: ca. 750 m

Auch wenn die Innerstetalsperre räumlich kleiner als Okertalsperre ist, so ist sie als Urlaubsort dennoch überaus interessant, da das Angebot für Urlauber und Wanderer sehr ähnlich ist und eine ansprechende Alternative darstellt. Wir empfehlen den Besuch beider Talsperren, da beide ihren ganz eigenen Charme haben und Anreisen über schöne Strecken inmitten der Oberharzer Landschaft bieten.

Freizeit und Sport an der Innerstetalsperre: Im Wasser und an Land!

Die Innerstetalsperre ist im Oberharz für die guten Wassersportmöglichkeiten bekannt. Nicht selten sieht man Segel- und Ruderboote auf dem Wasser. Bedingt durch die Tatsache, dass das Wasser der Talsperre für die Trinkwasseraufbereitung genutzt wird, sind motorgetriebene Boote und Schiffe dort nicht erlaubt. Fallwinde oder pure Muskelkraft sorgen also für das Fortkommen auf der Innerstetalsperre. Daraus resultierend erhält man als Wassersportler oder Schwimmer dafür eine wirklich erstklassige Wasserqualität sowie eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge und Wälder, die typisch für den Oberharz sind.
Für diejenigen von Euch, die nicht nass werden möchten, bietet sich eine Wanderung rund um den Stausee auf dem gut ausgebauten Rundweg an. Dieser ist ohne große Steigungen und umfasst eine Gesamtlänge von ca. 6 km. Aufgrund des guten Ausbaus kann man ohne Weiteres die Strecke auch mit dem Fahrrad oder gleich mit einem Mountainbike zurücklegen.
Nicht selten finden im Jahr durch den örtlichen Segelclub (WSVI) Regatten mit vielen Segelbooten statt, die sich gut in die landschaftliche Idylle der Innerstetalsperre einfügen und beim Wandern einen schönen Ausblick bieten. Genügend Sitzbänke finden sich sowohl an den Ufern der Innerstetalsperre als auch am Gehweg auf der Staumauer.

Ein Blick von der Staumauer der Innerstetalsperre Richtung Langelsheim am Harzrand.
Ein Blick talabwärts von der Staumauer aus. Fährt man, der Innerste folgend, talabwärts kommt man in Langelsheim an.

Freizeitmöglichkeiten an der Innerstetalsperre

  • Schwimmen
  • Segeln und Rudern
  • Windsurfen
  • Wandern
  • Angeln
  • Campen
  • Rad fahren und Mountainbiken
  • Fotografieren

Informationen zum Angeln an der Innerstetalsperre

Selbstverständlich kann man an der Innerstetalsperre auch dem Angelhobby nachgehen. Obwohl das Wasser leider im Jahre 2003 komplett abgelassen werden musste, um dringend notwendige Reparaturarbeiten durchzuführen, ist der Fischbestand im Vergleich zu den anderen Talsperren des Harzes noch recht jung. Im Angelrevier der Innerstetalsperre finden sich neben typischen Salmoniden, beispielsweise See- und Bachforellen, auch Weißfischarten. Barsche, Karpfen und Hechte warten ebenfalls in den Gewässern der Innerstetalsperre.
Zum dortigen Angeln ist eine Angelkarte der IG Harzgewässer erforderlich (Link Ausgabestellen), zudem muss man beachten, dass das Angeln vom Boot aus ebenso wenig gestattet ist wie das Nachtangeln.

In den Fluten der Innerstetalsperre untergegangen…

Der Bau und der Betrieb einer Talsperre sind immer mit großen Eingriffen in die Landschaft und Auswirkungen für die vorhandenen Infrastrukturen verbunden. Im Hinblick auf die Innerstetalsperre war dies nicht ganz so folgenreich wie die Verlegung des Ortes Schulenberg beim Bau der Okertalsperre. Dennoch musste der Schienenverlauf der Innerstetalbahn auf einer Strecke von mehr als 6 km verlegt werden, und befand sich nach Abschluss der Baumaßnahmen auf der östlichen Talseite. Die ursprüngliche Bahntrasse wurde geflutet – nachdem die Schienen und der Bahnhof Lindthal demontiert worden waren. Somit befindet sich seit 1966 ein nicht unwesentlicher Teil der historischen Innerstetalbahn unter Wasser. Im Jahr 2003 dürfte sich den Bauarbeitern bei der Trockenlegung der Talsperre noch genügend Reste der ehemaligen Innerstebahntrasse gezeigt haben.

Die Innerstetalsperre im Fazit: Weniger los als an der Okertalsperre, aber ebenfalls sehenswert!

Eine Detailansicht des Überlaufturms der Innerstetalsperre bei der Staumauer.
Der Überlaufturm der Innerstetalsperre ist ein interessantes technisches Bauwerk.

Auch wenn die Okertalsperre bekannter als die Innerstetalsperre ist, so sind die Wassersportmöglichkeiten an der Innerstetalsperre überaus vielfältig. Daneben bietet sich eine Wanderung oder eine Radtour auf dem Rundweg an. Besonders sehenswert ist die Sperrmauer, denn bei dieser handelt es sich um die längste Sperrmauer im Harz. Mit dem trichterförmigen Überlaufturm fällt diese direkt auf. Die unmittelbare Region um die Innerstetalsperre herum ist touristisch nicht so sehr erschlossen wie die Okertalsperre. Dies liegt vermutlich daran, dass ein Ort wie Schulenberg mit direkter Nähe zum Ufer fehlt. Eine sehr touristisch geprägte Infrastruktur mit zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten findet man jedoch in Lautenthal in rund 6 km Entfernung. Zudem gefällt es mit Sicherheit dem ein oder anderen von Euch, dass es an der Innerstetalsperre etwas ruhiger zugeht. Die Wasserqualität gilt als ausgezeichnet. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass man schnell aus Langelsheim und Goslar mit dem Auto oder Bus anreisen kann. Somit lässt sich sagen, dass die Innerstetalsperre eine echte Alternative zu den anderen Oberharzer Talsperren und insbesondere der Okertalsperre ist.