Die Odertalsperre: Freizeit bei Bad Lauterberg!

Foto der Odertalsperre bei Bad Lauterberg mit Blick in den Südharz.
Die Odertalsperre von der Staumauer aus gesehen mit dem typischen Ambiente des Südharzes. Nach Bad Lauterberg ist es nicht mehr weit.

Die Odertalsperre, die nördlich von Bad Lauterberg liegt, ist zwar nicht die bekannteste der Harzer Talsperren, doch sie ist tatsächlich die zweitälteste der modernen Talsperren. Verwendet wird das Wort „modern“, da die großen Talsperren des Harzes alle im 20. Jahrhundert entstanden sind und nicht zum Oberharzer Wasserregal gehören. Bei letzterem spricht man von Teichen – „Talsperren in klein“ sozusagen. Während die Teiche dem Bergbau dienten, fungieren die Talsperren als Bauwerke in erster Linie dem Hochwasserschutz und der Trinkwassergewinnung und teils auch der Stromgewinnung. Ein ansprechendes Panorama und ein entsprechendes Freizeitangebot sind mehr oder weniger „Nebenprodukte“, die jedoch bei einem Harzurlaub klar im Vordergrund stehen! All dies hat auch die Odertalsperre zu bieten, die man in einem Katzensprung von Bad Lauterberg am Rand des Südharzes aus über die B 27 erreicht.

Die Odertalsperre staut das Wasser der „anderen“ Oder.

Bevor wir uns der eigentlichen Talsperre widmen, müssen wir darauf hinweisen, dass es eine Verwechslungsgefahr im Hinblick auf den Fluss Oder gibt. „Die Oder fließt also auch durch den Harz?“: Diese Frage kann man zwar mit „ja“ beantworten, allerdings meint der Fragensteller die wesentlich größere und an der deutsch-polnischen Grenze gelegene Oder. Die Oder im Harz ist ein Zufluss der Rhume und wird der Vollständigkeit halber auch offiziell „Oder (Rhume)“ geschrieben.
Auch sollte man die Odertalsperre nicht mit dem Oderteich verwechseln, denn der Oderteich wirkt zunächst fast zu groß, um ein typischer Teich des Oberharzer Wasserregals zu sein und birgt daher die Gefahr, mit einer modernen Talsperre verwechselt zu werden. Die Odertalsperre, um die es jetzt geht, liegt ca. 20 km weiter südlich vom Oderteich, der sich noch im Nationalpark Harz befindet!

Ähnlichkeiten mit der Sösetalsperre: Die Odertalsperre hat ebenfalls einen Erddamm.

Bild des Staudamms der Odertalsperre, der jenem der Sösetalsperre von der Bauweise her sehr ähnlich ist.
Zusammen mit der Sösetalsperre gehört die Odertalsperre zu den ältesten „modernen“ Talsperren des Harzes, die primär dem Hochwasserschutz dienen. Kein Wunder also, dass der Staudamm der Odertalsperre dem der Sösetalsperre sehr stark ähnelt.

Die Odertalsperre stammt aus den frühen 30er Jahren und wurde nach einer Bauzeit von etwa 3 Jahren 1934 fertiggestellt. Somit ist nur noch die 1931 in Betrieb genommene Sösetalsperre älter. Daher verwundert es auch nicht, dass für die Odertalsperre eine ähnliche Bauweise für den ca. 300 m langen Damm gewählt wurde: Ein Betonkern ummantelt von Lehm und Schotter. Dabei ist übrigens die Betonmauer, dank speziell vorbereiteter Fugen, leicht flexibel und hält somit Belastungen bzw. Spannungen besser stand. Gebaut wurde die Odertalsperre zum Zwecke des Hochwasserschutzes sowie zur Stromerzeugung und zur Aufhöhung von Niedrigwasser.
Noch heute ist das Kraftwerk Odertalsperre (nun in Form eines Speicherkraftwerks) in Betrieb und liefert eine Leistung von 5,04 MW. Früher wurde es als Pumpspeicherkraftwerk genutzt, was somit das Unterwasserbecken unterhalb des großen Damms – eine „kleine Talsperre“ sozusagen – erklärt. Wasser konnte hinauf in die Talsperre gepumpt werden, um Energie zu speichern und bei Bedarf wieder „abgerufen“ werden, um zwei Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Dies war bis Mitte der 80er Jahre der Fall. Heute wird über das Ausgleichsbecken eine kontinuierliche Wassermenge an die Oder abgegeben.

Daten und Fakten der Odertalsperre:

  • Bauzeit: 1930 – 1933
  • Höhenlage: ca. 380 m ü N.N.
  • Wasserfläche: ca. 1,36 km2
  • Speichervolumen: ca. 30 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: ca. 52 km2
  • Staudamm: Erddamm mit Kern aus Beton (inkl. Dehnungsfugen) und Lehmdichtung,Kontrollgang integriert, Höhe: ca. 62 m, Länge: ca. 382 m (vgl. Staudamm Sösetalsperre)
    Wasserkraftwerk – Harzwasserwerke Kraftwerk Odertalsperre, Leistung: ca. 1,4 MW, Versorgung von ca. 1.500 Haushalten mit Strom

Freizeit an der Odertalsperre: Baden, Angeln und Camping!

Bild des Ufers der Odertalsperre, die ein gutes Revier für Angler ist und in der man auch Schwimmen und Baden kann.
Die Odertalsperre bietet gerade im Sommer zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Angler finden ruhige Stellen, um ihrem Hobby nachzugehen. Dies Aussicht ist ebenfalls für Auto- und Motorradfahrer schön, da die Straße sehr nah am Ufer verläuft.

Ebenso wie an vielen anderen Talsperren des Harzes gibt es an der Odertalsperre ein breit gefächertes Freizeitangebot. Vorzufinden ist ein Campingplatz am Ostufer samt Gaststätte. Darüber hinaus gibt es einen Rundwanderweg, der von dem schönen Panorama – zu dem auch der Stöberhai als markanter Berg des Südharzes gehört – geprägt ist. Schwimmen, Segeln und Surfen ist erlaubt, das Angeln mit einer Angelkarte gestattet. Der Fischbestand der Odertalsperre besteht aus Salmoniden wie verschiedenen Forellenarten in Ergänzung dazu aus Karpfen, Barschen und diversen Weißfischarten.

Weitere Talsperren des Harzes

Die Odertalsperre im Fazit: Naherholung bei Bad Lauterberg.

Die Odertalsperre ist hauptsächlich für Harzurlauber interessant, die sich in der Region um Bad Lauterberg aufhalten. Von dort aus ist es die nächst gelegenste der großen Harzer Talsperren. Nicht zu verwechseln ist die Odertalsperre mit dem Oderteich, der weiter nördlich im Nationalpark Harz zu finden ist. Die Einschränkungen für die Freizeitnutzung der Odertalsperre sind gering, sodass man Baden, Wassersport treiben und Angeln kann. Nur Motorboote sind nicht zugelassen. Zum Angeln ist eine Angelkarte erforderlich. Wanderer freuen sich über den gut ausgebauten Wanderweg mit Blick auf den Stöberhai. Jeder, der sich für Talsperren interessiert, sollte im Harzurlaub mal bei der Odertalsperre vorbeischauen!

10 Gründe für einen Urlaub im Harz

(Visited 658 times, 1 visits today)