Die Sösetalsperre: Angeln und Wandern bei Osterode!

Bild von der Staumauer der Sösetalsperre bei Osterode.
Auf der Staumauer der Sösetalsperre im Harz. Diese ist insbesondere von Osterode aus sehr schnell zu erreichen und bietet ein angenehmens und ruhiges Ambiente zum Wandern, Rad fahren und Angeln.

Im südlichen Oberharz, ganz in der Nähe von Osterode, befindet sich eine der modernen Talsperren des Harzes. Klar zu unterscheiden von dem Harzer Wasserregal, dienen diese Talsperren mehreren Zwecken, beispielsweise der Trinkwassergewinnung, dem Hochwasserschutz oder der Stromerzeugung. Im Falle der Sösetalsperre, die übrigens die älteste der großen Talsperren ist, ist es vor allem die Trinkwassergewinnung, die im Fokus steht. Mehr Informationen rund um die Sösetalsperre erhaltet ihr in diesem Artikel.

Die Sösetalsperre befindet sich unterhalb von Riefensbeek und Kamschlacken.

Aufgrund der Lage der Sösetalsperre bei Riefensbeek und Kamschlacken (Stadtteile von Osterode) lässt sich diese sehr leicht von Osterode aus erreichen. Auch die Fahrt auf der B 498 dorthin ist schon sehr schön und führt über eine dichte Schleife hoch auf die Höhe der Talsperre. Man gelangt in kaum mehr als 5 km von Osterode aus zur Dammkrone der Sösetalsperre, wo sich ein Parkplatz befindet. Dort kann man direkt auf dem Staudamm spazieren gehen, der fast 500 m lang ist und die herrliche Aussicht betrachten. Fährt man die B 498 weiter, so führt die Straße am Nordwestufer der Talsperre über den Damm der Vorsperre, von wo aus man als nächstes Riefensbeek erreicht.
Vom Damm der Sösetalsperre, der als Erddamm mit Betonkern und Lehmdichtung ausgeführt ist, blickt man hinab auf ein Ausgleichsbecken. Hierdurch wird beim Betrieb der Talsperre dafür gesorgt, dass eine gleichmäßige Menge an Wasser an die untere Söse abgegeben wird.
Vom Staudamm aus fällt auch die Landschaft des Harzes auf, die im Bereich der Sösetalsperre durch verhältnismäßig viele Laubbäume geprägt ist. Denn typisch für den Oberharz sind die zahlreichen Nadelwälder, die auch im Winter ihre grüne Farbe beibehalten. Diesen Unterschied kann man insbesondere in der Gegend um die Sösetalsperre herum gut erkennen.

Die erste moderne Talsperre des Harzes: Die Sösetalsperre.

Bild eines Anglers an der Sösetalsperre, wo es einen sehr guten Fischbestand gibt.
Die Sösetalsperre verfügt über einen Fischbestand, der gerade für Angeler sehr interessant ist. Auch gibt es einen Fischlehrpfad am Ufer der Talsperre, die die Söse zwecks Hochwasserschutz und Trinkwassergewinnung staut.

Ein Grund spricht alleine schon dafür, die Sösetalsperre zu besuchen: Die Sösetalsperre ist die erste der großen und modernen Talsperren des Harzes, mit deren Bau im letzten Jahrhundert begonnen wurde. Die Teiche und durchaus komplexen Wasserleitsysteme des Oberharzer Wasserregals konnten damals die Anforderungen im Hinblick auf eine zeitgemäße Trinkwasserversorgung und dem erforderlich gewordenen Hochwasserschutz schlichtweg nicht erfüllen. Die immer größer werdenden Städte außerhalb des Harzes mussten mit sauberem Trinkwasser versorgt und vor Überschwemmungen, mit nicht selten katastrophalen Auswirkungen, geschützt werden. In genau diesem Zusammenhang entstand die Sösetalsperre zwischen 1928 und 1931, also noch zu Zeiten der Weimarer Republik. Somit handelt es sich bei der Sösetalsperre um die älteste der „neuen“ Harztalsperren.

Daten und Fakten der Sösetalsperre:

  • Bauzeit: 1928 – 1931
  • Höhenlage: ca. 326 m ü N.N.
  • Wasserfläche: ca. 1,24 km2
  • Speichervolumen: ca. 26 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: ca. 50 km2
  • Durchschnittlicher Jahresabfluss: ca. 42 Mio. m3 (ca. 1,6-fache Speichervolumen)
  • Staudamm: Ausgeführt als Erddamm mit Betonkern und Lehmdichtung, Höhe: ca. 56 m, Länge: ca. 490 m
  • Wasserkraftwerk – Harzwasserwerke Betriebsstelle Sösetalsperre: Ausführung mit 2 Francis-Turbinen, Leistung: ca. 1,4 MW, Jahresarbeit: ca. 3,0 GWh

Neben der Hauptsperre gibt es eine Vorsperre, die ebenfalls über einen recht langen Damm von mehr als 300 m Länge verfügt. Dieser Damm der Vorsperre ist nahezu 20 m hoch und dient dazu, dass sich im Wasser befindliche Sedimente absetzen können, bevor das Wasser in die eigentliche Sösetalsperre eingeleitet wird.

Freizeit an der Sösetalsperre: Wandern und Angeln.

Panorama auf der Staumauer der Sösetalsperre bei Riefensbeek und Kamschlacken.
Ein schöner Ausbick Richtung Oberharz von der Staumauer der Sösetalsperre aus.

Da die Sösetalsperre der Trinkwasserversorgung dient, ist das Schwimmen sowie Wassersport im Allgemeinen leider nicht gestattet. Dennoch verfügt die Talsperre über andere interessante Freizeitangebote. Wie bei den anderen Talsperren des Oberharzes auch, kann man entlang eines fast 10 km langen Wanderweges die Sösetalsperre und die umliegenden Bereiche erkunden. Dort ist zugleich ein Fischlehrpfad integriert, der mit anschaulichen Informationstafeln über die in der Sösetalsperre lebenden Fische unterrichtet.
Dies ist nicht verwunderlich, denn die Sösetalsperre ist bei Anglern als sehr gutes Revier bekannt, insbesondere als eines der besten Raubfischgewässer Niedersachsens. So gibt es in der Sösetalsperre überaus große Exemplare von Hechten und Barschen. Als Angler benötigt man die entsprechende Genehmigung zum Angeln an der Sösetalsperre. Dabei ist darauf zu achten, dass im Bereich der Nachsperre nur die Fliegenfischerei erlaubt ist.

Die Sösetalsperre: Eine kurze Zusammenfassung.

Vorteilhaft an der Sösetalsperre ist die Nähe zu Osterode, von wo aus man schnell per Auto, Motorrad oder mit der Buslinie an den Staudamm gelangt. Die Fahrt dorthin lohnt sich aber auch, wenn man aus dem Oberharz kommt bzw. dort eine Unterkunft für den Urlaub hat. Landschaftlich ist die Sösetalsperre sehr schön und sie lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Für Angler ist sie ohne Frage ein Highlight aufgrund der Möglichkeiten, kapitale Raubfische zu fangen. Für Wassersportler empfiehlt sich aufgrund des Verbotes auf der Sösetalsperre die Okertalsperre oder die Innerstetalsperre. Auch sind diese touristisch besser erschlossen und verfügen über ein größeres Angebot für den Harzurlauber.

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