Der Harz in alten Ansichten – Teil 3 – Postkarten aus Goslar

Mit Teil 3 dieser Blogreihe widmen wir uns nun mal nicht den Oberharz, sondern der größten Stadt am westlichen Nordrand des Harzes: Der alten Kaiserstadt Goslar. Goslar, das auf eine sehr lange Geschichte (mehr als 1.000 Jahre) zurückblickt, präsentiert heute eine tolle Altstadt mit vielen gut erhalten Gebäuden. Vor allem ist die Kaiserpfalz zu nennen, die den deutschen Salierkaisern als Aufenthaltsstätte diente. Da es im alten deutschen Reich keine Hauptstadt und damit keinen festen Sitz für den Kaiser gab, wanderte dieser kreuz und quer durch das Land und hielt sich dazu für bestimmte Zeiträume in Pfalzen, so auch in Goslar, nieder. Man spricht daher auch von Reisekönigtum. Goslar profitierte deutlich von seinem Status als Pfalz, womit der Grundstein für eine positive Stadtentwicklung gelegt war. Es wurde im späten Mittelalter eine Altstadt erschaffen, die sehr beeindruckend ist und neben der Altstadt von Wernigerode oder Quedlinburg einen Besuch im Rahmen eines Harzurlaubs sehr empfehlenswert macht. Die Postkarten, die hier vorgestellt werden, sind zwar erst um die 100 Jahre alt, doch zeigen sie, dass sich seitdem in baulicher Hinsicht nicht ganz so viel in Goslar verändert hat. Viel Freude mit den schönen Motiven aus Goslar!

Werbung

Marktplatz Goslar

Eine alte Postkarte bzw. Ansicht vom Marktplatz in Goslar mit Rathaus, Kaiserworth und der Marktkirche mit dem Nordturm.
Eine schöne historische Ansicht des Goslarer Marktplatzes mit dem Hotel Kaiserworth auf der linken Seite. In der Mitte sieht man den Marktbrunnen mit dem goldenen Adler von Goslar (heute steht dort natürlich eine Kopie des Originals). Rechts im Bild befindet sich das historische Rathaus, das von den Türmen der Marktkirche überragt wird. Den Nordturm der Marktkirche kann man besteigen und erhält für den nicht ganz einfachen Aufstieg ein fantastisches Panorama von der Altstadt Goslars und den Bergen des Nordharzes. Dabei ist vor allem der Rammelsberg zu nennen, der über eine sehr lange Bergbaugeschichte verfügt. Man beachte das Auto. Zur damaligen Zeit war dies ein Luxus, den sich die wenigsten Menschen leisten konnten.

Hotel Kaiserworth Goslar

Werbung
Eine alte Ansicht bzw. Postkarte vom Hotel Kaiserworth in Goslar auf dem historischen Marktplatz der alten Kaiserstadt bzw. Reichsstadt, die sich am nördlichen Harzrand befindet.
Auf dieser Postkarte steht das Kaiserworth mehr im Fokus. Das Gebäude, das heute ein 4-Sterne Hotel beheimatet, war früher ein Gildehaus. Es wurde 1494 auf den Grundmaueren des früheren Gildehauses neu errichtet. Das erste Gebäude war bereits 1274 errichtet worden. Ganz in der Nähe befindet sich das Brauhaus Goslar, welches noch heute die Gose braut. Es handelt sich dabei um eine sehr alte Biersorte, die Ihrem Namen dem kleinen Flüßchen verdankt, dessen Quelle am Bocksberg in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auerhahn liegt.

Kaiserpfalz Goslar

Ein altes Bild bzw. eine Sammlerpostkarte von der Kaiserpfalz in Goslar am nördlichen Harzrand beim Rammelsberg.
Hier nun die Kaiserpfalz. Man erkennt sehr schnell, dass sich seit der Aufnahme nicht allzu viel getan hat. Das ist das schöne an Goslar. Die Altstadt ist weitestgehend erhalten und bekommt dadurch ein ganz besonderes Flair. Nicht immer war die Kaiserpflaz in einem solch guten Zustand wie heute oder auf der Postkarte. Zwischenzeitlich vernachlässigte man das Bauwerk zunehmends, schließlich hielt sich letztmalig ein König 1253 dort auf. Im 19. Jahrhundert musste man sich gar für einen Abriss oder für eine Restaurierung entscheiden. Die Wahl fiel auf die letztere Option, sodass wir uns heute an diesem 1879 fertig restaurierten Gebäude heute erfreuen können. Im Hintergrund sieht man den Steinberg. Ansonsten sind noch der Rammelsberg sowie der Sudmerberg als charakteristische Erhebungen in und um Goslar zu nennen.

Gildehaus Goslar

Das Gildehaus in Goslar auf einer alten Postkarte. Dieses alte Fachwerkhaus befindet sich gegenüber von der Marktkirche mit Nordturm.
Auch an diesem Ort in Goslar hat sich nur recht wenig geändert. Die Preise für eine warme Mahlzeit liegen heute zwar deutlich höher, doch muss man diese im Kontext ihrer Zeit sehen. Mit einem Preis von bis zu 2 Reichsmark, war ein Mittagessen im Gildehaus für den Normalbürger kaum erschwinglich. Der Stundenlohn eines Durchnittverdieners dürfte im Pfennigbereich gelegen haben. Heute befindet sich eine Außenstelle der Industrie- und Handelskammer Braunschweig im Gildehaus. Übernachten und Essen gehen ist somit leider nicht mehr möglich.

(Visited 71 times, 1 visits today)
Werbung

About Author

client-photo-1
Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

Comments

Schreibe einen Kommentar