Derzeit sind die Kröten im Harz sehr aktiv!

Wer in diesen Tagen einen Ausflug an einen der vielen Teiche des Oberharzer Wasserregals oder Talsperren unternimmt, wird vielleicht schon die Geräusche hören. Wer dann noch die sumpfigen Bereiche eines solches Teiches oder Gewässers näher unter die Lupe nimmt, wird vermutlich direkt fündig: Erdkröten en masse und mit einem hohen Aktivitätslevel. Waren die Kröten in 2017 im März aktiv, ist es dieses Jahr der April, in dem diese Amphibien ihrem Tun nachgehen. Dies liegt wohl am kalten und langen Winter, der nicht unbedingt unüblich für den Oberharz ist und bei den Wintersportlern unter den Harzurlaubern vermutlich ausreichend Grund zur Freude auslöste. Schauen wir uns die Erdkröte mal etwas genauer an!

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Das ist der Oberharz!

Die Erdkröte: Eine Kurzvorstellung des „Lurchs des Jahres 2012“!

Eine Erdkröte am Wasser eines Oberharzer Teiches bei Bockswiese.
Das ist sie! Die Erdkröte. Diese Amphibien sind in Europa weit verbreitet und gerade die Oberharzer Teiche und Talsperren bieten ihnen einen idealen Lebensraum.

Ja, bei der Erdkröte handelt es sich um einen Froschlurch aus der Gattung der Echten Kröten, die zur Familie der Kröten gehört. Abhängig von Geschlecht erreicht die Erdkröte unterschiedliche Größen, wobei das Männchen deutlich kleiner als das Weibchen ist. Das Erdkrötenmännchen erreicht in der Regel eine Länge von maximal 9 cm, während das Weibchen es auf Längen von bis zu 12 cm schafft. Zu finden sind diese kleinen Tierchen fast überall in Europa – und somit auch im Harz. Erdkröten ernähren sich vor allem von unterschiedlichsten Insekten und versuchen sich mit Gift gegen Fressfeinde zu schützen. Dazu gehören etwa Waschbären oder diverse Greif- und Rabenvögel. Die Gifte der Kröte sind schon seit langer Zeit bekannt und enthalten unter anderem das Digitalisgift, das viele Ähnlichkeiten mit dem Gift des Fingerhuts aufweist, den man oftmals in den Nadelbaumwäldern und Bergwiesen des Oberharzes antrifft und das als sehr stark gilt. Die Erdkröte ist natürlich ein wechselwarmes Tier und wird üblicherweise in der Dämmerung aktiv. Neben den erwähnten Fressfeinden ist es vor allem der Straßenverkehr, der für die Erdkröten die größte Gefahr darstellt.

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Nach der Krötenwanderung befinden sich die Erdkröten im Laichgewässer.

Die vielen Erdkröten, die man aktuell im Harz sieht, haben die zumeist lebensgefährliche Wanderung vom Winterquartier ins Laichgewässer offensichtlich überlebt, und widmen sich nun der Fortpflanzung, die eine neue Generation an Erdkröten entstehen lässt. Dazu verlassen die Kröten ihr Winterquartier und wandern zurück zu jener Stelle, wo sie einst selbst ihr Leben als Kaulquappe begannen. Die Erdkröte verfügt also quasi über ein integriertes Navigationssystem, wie man es von anderen Tierarten ebenfalls kennt. Nur ungern wechseln Erdkröten das Laichgewässer, denn sie gelten als „Traditionslaicher“. Bei den Kröten, die ich am untersten Teich der Auerhahnkaskade fotografiert habe, handelt es sich also um waschechte Oberharzer. Das Problem dabei stellt die Tatsache dar, dass viele Wanderwege über viel befahrene Straßen führen und die Erdkröte bis zu 20 Minuten benötigt, um eine typische Landstraße zu überqueren. In diesem Zeitraum passiert es leider viel zu oft, dass eine Kröte von einem Auto überfahren wird. Trotz der vielen Gefahren für eine Erdkröte kann diese in der freien Natur über 10 Jahre alt werden und in Gefangenschaft hat es eine Erdkröte mit guter Pflege sogar geschafft, ein Lebensalter von mehr als 35 Jahren zu erreichen. Die Geschlechtsreife beginnt somit auch erst im Alter von 3 – 5 Jahren.

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Die Elemente des Oberharzer Wasserregals!

Die Erdkröte im Laichgewässer: Willkommen sind stille und schlammige Teichbereiche.

Ein Erdkrötenpaar im Oberharz während der Krötenwanderung im Frühling.
Im Frühling ist bei den Erdkröten Paarungszeit, sodass diese die Gewässer aufsuchen, in denen sie selbst das Licht der Welt erblickt haben. Männchen, die Glück haben, lassen sich von dem größeren Weibchen Huckepack nehmen und sparen sich so die Wanderung zum Teich.

Von Beobachtungen her kann man ohne Weiteres sagen, dass die Erdkröte offensichtlich die eher ruhigeren und leicht schlammigen Bereich eines Teiches mögen. Aber auch ein schlammiger Wassergraben, ein typisches Element der Oberharzer Wasserwirtschaft, scheint ein willkommener Aufenthaltsort zu sein. Die Erdkröten treten dabei oft im Huckepack auf. Es handelt sich dabei um ein Pärchen, bestehend aus dem größeren Weibchen, welches das kleinere Männchen auf dem Rücken trägt. Wenn ein Männchen besonders viel Glück hatte, springt es bereits im Trockenen auf den Rücken eines Weibchens und lässt sich zum Wasser tragen. Ein solches Erdkrötenmännchen muss sich dann nicht mit anderen Konkurrenten im Wasser um die Gunst des Weibchens streiten. Manche der Laute, welche die Erdkrötenmännchen von sich geben, sind eine Zurechtweisung an ein anderes Männchen, das sie mit einem Weibchen verwechselt hat und nun auf dessen Rücken sitzt. Im Wasser kann man teilweise auch regelrechte Kämpfe zwischen mehreren Männchen um ein einzelnes Weibchen sehen. Dies verwundert nicht, wenn man weiß, dass eine Erdkrötenpopulation in der Regel einen deutlichen Männchenüberschuss zu verzeichnen hat.

Von der Kaulquappe zum Jungfrosch: Die Zeit im Oberharzer Teich.

Die Larven der Erdkröte haben es im Wasser dann etwas leichter, denn sie sind für Fische ungenießbar. Aus diesen entstehen dann Massen an Kaulquappen, schließlich hat ein einziges Erdkrötenweibchen normalerweise zwischen 3.000 und 6.000 Eier. Die Kaulquappenschwärme halten sich vor allem in den wärmeren Wasserschichten auf und ernähren sich von Algen sowie Detritus und auch Kaulquappen, die nicht durchgekommen sind, stehen manchmal auf dem Speiseplan. Die Metamorphose, also die Verwandlung zum lungenatmenden Landtier mit den vier Füßen, geschieht nach etwa 10 bis 12 Wochen und nun findet man die zahlreichen Jungkröten am Ufer – der „Froschregen“ ist eingetreten. Diese kleinen Kröten sind noch sehr klein und kaum größer als 12 mm. Nun beginnt das gefährliche Landleben für die Erdkröte – und nach ein paar Jahren möchte diese natürlich auch wieder zurück zum Geburtsort wandern…

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Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

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