Eine Wanderung um die Zillierbachtalsperre

Eine Wanderung um die Zillierbachtalsperre
Blick auf die Dammkrone der Zillierbachstalsperre vom Peterstein aus.

Eine Rundwanderung um die Talsperre

Wir wollten schon länger einmal hin, gehört die Zillierbachtalsperre doch – ähnlich wie die Mandelholztalsperre – zu den weniger bekannten und somit nicht wirklich überrannten Talsperren im Harz. Im Sommer, besonders an den Wochenenden, war es teilweise recht überlaufen im Harz und, sofern der subjektive Eindruck nicht völlig täuscht, wesentlich voller als sonst in den Sommerferien. Einige beliebte Ziele wie beispielsweise den Oderteich finden wir an den Wochenenden viel zu überlaufen, um in Ruhe zu fotografieren oder um uns etwas anzusehen – auf Geschrei und Müll hatten wir tatsächlich keine Lust. In und um Wildemann, Lautenthal oder Clausthal-Zellerfeld finden wir immer versteckte und fast vergessene Ecken.

Werbung
Grüner Pfad zur abgelegenen Zillierbachtalsperre mit knorrigen Bäumen im Harz.
Der stille Weg entlang der Zillierbachtalsperre bei Wernigerode bietet Schatten, Ruhe und interessante Bäume.

Oft gelesen, aber wahr: „Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.“ Hans Magnus Enzensberger

Zum Glück gibt es viele nicht stark frequentierte Wege im Harz und es konzentriert sich alles meist auf die sehr bekannten Strecken. [Einige Nebenstrecken stelle ich im Übrigen bewusst nicht vor und zeige sie auch nicht bei Instagram.] Gut, dass es Ausweichoptionen wie die Zillierbachtalsperre gibt und damit Alternativen zur Innerste– oder Okertalsperre.

Der Rundweg um die Zillierbachtalsperre von Drei Annen Hohne aus

Es gibt zahlreiche Ausgangsorte und Wege, die zu der Zillierbachtalsperre führen, etwa von Wernigerode oder von Elbingerode aus. Unser Startpunkt war jedoch der Großparkplatz Drei Annen Hohne, da wir noch einen Blick auf die Brockenbahn werfen wollten. Die Wanderstrecke liegt zudem knapp außerhalb des Nationalparks, was wir mit Podi oft bevorzugen, da er dann ohne Leine laufen kann. Der Wanderweg von Drei Annen Hohne aus verläuft parallel zum namensgebenden Zillierbach, der im August 2018 extrem ausgetrocknet war und als kleines Rinnsal daherkam. Der Zillierbach versorgte früher tatsächlich zahlreiche Mühlen bis nach Halberstadt. Die Vegetation zeigt sich, im Gegensatz zum Harzvorland, noch erstaunlich grün und wenig verbrannt. Am Wegesrand

Werbung
Aussicht auf die Harzer Zillierbachtalsperre im Harz und auf das Wasserresevoir.
Blick auf die eigentliche Talsperre am Abend. Viel Wasser war, wie im August 2018 in allen Stauseen im Harz, nicht drin.

fanden wir noch einige Himbeeren und Brombeeren, an denen unterschiedliche Schmetterlinge flatterten, darunter Kaisermantel, Tagpfauenauge und Waldbrettspiel. Entfernt nahmen wir noch das Tuten der Brockenbahn wahr. Je weiter wir Richtung Zillierbachtalsperre kamen, desto häufiger und großflächiger wurden die Wildschweinspuren: Hier hatten sie ordentlich den Waldboden umgepflügt – und, es roch wie im Tierpark sehr nach Wild. Schön, einen Hund zu haben, der keinen Jagdtrieb hat. Die gesamte Strecke liegt auf etwa 10 km ohne Steigung, inklusive Rundweg um die Zillierbachtalsperre, am frühen Abend fast durchgängig im Schatten. An der eigentlichen Talsperre angekommen, war der Blick auf das Wasser in weiten Teilen durch Bäume verdeckt. Und ja, es ist ein Trinkwasserschutzgebiet und leider war das Wasser trotz Badeverbot voller Menschen. Wer hat nicht gerne Octocrylen & co. im Trinkwasser?

 

Blick auf die Zillierbachstalsperre vom Peterstein

Die wohl schönste Aussicht auf die Staumauerkrone und auf die eigentliche Zillierbachtalsperre findet man auf dem Peterstein, einem Felsvorsprung. Der in der Nähe befindliche Wald ist der sogenannte Peterholz, welcher zu dem Kloster Sankt Peter in Ilsenburg gehörte. Von dem Benediktinerkloster St. Peter und Paul, an der Straße der Romanik gelegen und meist als Kloster Ilsenburg bezeichnet, leitet sich der Name ab.
Abends ist das Licht wirklich günstig für Fotos vom Peterstein aus, zudem befindet sich dort die Stempelstelle 36 der Harzer Wandernadel. Die Aussicht auf die Zillierbachtalsperre von dort aus lohnt sich wirklich. Vorher wurde ich gewarnt, dass der Platz oft vermüllt sei, war er an dem Tag aber glücklicherweise kein bisschen. Neben Wandern und Rad fahren – die Strecke beinhaltet keine Steigungen – kann man an der Zillierbachtalsperre auch angeln. Ein Laichschutzgebiet ist ausgewiesen. Zu fangen sind zur vollständigen Erwähnung Aal, Hecht, Barsch, Zander sowie Schleie, Bach- und Regenbogenforelle.

Der Peterstein bietet eine gute Aussicht auf die Zillierbachtalsperre und die Dammkrone sowie eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel.
Von hier aus kann man gut die Umgebung fotografieren: Am Peterstein ist auch das Beitragstitelbild entstanden.

 

Vom Peterstein zurück nach Drei Annen Hohne

Inzwischen, und nach gefühlt unendlich vielen Fotos von Sonnenstrahlen und Bäumen im Wald, senkte sich die Sonne deutlich. Nachdem wir die Zillierbachtalsperre ganz umrundet hatten und dabei den ein oder anderen schönen Baum entdecken konnten, machten wir uns auf den Rückweg. Podi hat bei um die 30 Grad grundsätzlich keine große Lust auf lange Spaziergänge und ist leider nicht der Hund, der sich mal schnell im Fluss oder im Graben abkühlen möchte. Er zog furchtbar schnell Richtung Parkplatz. Bis auf zwei, drei Wanderer und Mountainbiker begegnete uns auf den etwa 10 Kilometern im Übrigen an einem Sonntag in den Ferien niemand. Um 20.30h war der gesamte Großparkplatz Drei Annen Hohne wie leergefegt und bestes Fotolicht für Waldbilder in der Umgebung vorhanden.

Weitere Fotos von der Zillierbachtalsperre hier:


(Visited 223 times, 1 visits today)
Werbung

About Author

client-photo-1
Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

Comments

21. September 2018
Hallo Lisa, ein traumhafter Beitrag und wunderschöne Fotos. Ich habe das wandern relativ neu für mich entdeckt und bin immer auf der Suche nach neuen Wegen, abseits des Tourismus. Klar nimmt man die großen Dinge trotzdem mit, aber diese Talsperre hier sieht echt klasse aus. Seid ihr einen offiziellen Wanderweg gelaufen, oder eher nach Lust und Laune? Viele Grüße Chrisi
21. September 2018
Hallo Chrisi, vielen Dank! Ist wirklich schön dort und definitiv abseits von den viel bewanderten Strecken. Es führt ein offizieller Wanderweg drum herum z.B. von Drei Annen Hohne aus - viel los ist da nicht wirklich, wenn man das jetzt mit den anderen Talsperren vergleicht. Viel Freude beim Entdecken und Erwandern!
24. September 2018
Vielen Dank für deine Info, das werde ich mir definitiv vor Ort mal anschauen 😉 Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar