Sommer in London #offtopic

Sommer in London #offtopic
Blick von der Shopping Mall gegenüber St. Pauls in London mit Glas und Reflektion.

Vor dem (wahrscheinlichen) Brexit noch einmal schnell nach London!

Was auch immer man sucht, man wird es in London finden: Traditionelles, Neues, alles durcheinander. Die Pubs sind in der Regel sehr gepflegt und bunt bepflanzt, für indisches Essen ist London natürlich auch DIE Stadt.

[Werbung durch Orts- und Namenennung] Als Kontrastprogramm zu den ruhigen Oberharzer Wäldern eignet sich wohl keine Stadt so gut wie London. Eigentlich war eher Helsinki oder Budapest geplant, aber dank dem Brexitgeraffel ging es im Sommer spontan in die Hauptstadt Englands und Großbritanniens. [Zwischenzeitlich zog der blonde Boris in die Downing Street ein, was der einzige Wehmutstropfen der Reise gewesen sein mag.] Einfacher und reibungsloser als Mitte 2019 wird es zukünftig vielleicht nicht mehr werden. London hat den wunderbaren Heathrow-Express: klimatisiert, im schnellen Takt und mit WLAN ausgestattet vom Flughafen direkt zur Paddington Station in weniger als 20 Minuten. Perfekt! Aufgrund des reibungslosen und schnellen Transfers stehen bei mir die Londoner Stadtteile Paddington, Bayswater und Notting Hill ganz weit vorne auf der Liste, wenn es um Londonurlaub geht: Einfach in Paddington Station aussteigen, ins Hotel einchecken und ab in den Hyde Park. Zudem kann man Richtung Marble Arch in die Innenstandt und nach Soho laufen; an der Oxford Street ist es zwar touristisch, aber hey. Die Gegend zwischen Hyde Park und Little Venice ist großartig; Paddington und auch Bayswater sind lebhafte, recht gepflegte Viertel, in denen sich viele Restaurants, Pubs und Cafés mischen. In der Praed Street finden sich etwa das Java U (Kaffee), der Fountains Abbey Pub (selbsterklärend Bier und eher traditionelles Essen), gegenüber der Italian Gardens im Hydepark Nähe der Station Lancaster Gate in der Bayswater Road The Swan. Indisches Essen ist in London natürlich besonders gut und es gibt sogar einige Ketten wie Marsala Zone, die nicht schlecht sind. Wer ohnehin direkt in der Stadt unterwegs ist und beispielsweise bei Selfridges, kann dort ohne Weiteres zu dem dort befindlichen Inder, sollte aber lärmunempflindlich sein und sich nicht an den dauerposierenden Instagrammern stören, die mehr als acht Fotoversuche für das perfekte Lächeln vor ihrem Gericht benötigen. Danach ist man entweder völlig abgestumpft im Großstadtmodus angekommen oder freut sich über Ruhe im Hyde Park.

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Der Hyde Park – Eichhörnchen und Alexandersittiche

Eichhörnchen im Londoner Hyde Park sind sehr groß, neugierig und hungrig.
Und plötzlich sind sie da! Eichhörnchen! Vermutlich schon alleine ein Grund, um nach London zu fahren. Für die einen nur Ratten mit einer Lobby, für die anderen ganz klar eine Touristenattraktion.

Bei 36 Grad im Sommer keine schlechte Idee, die Mittagszeit im Hydepark zu verbringen. An den Italian Gardens gibt es Liegestühle unter alten Bäumen (1,80 Pfund die Stunde, London ist in vielerlei Hinsicht relativ günstig im Vergleich zu beispielsweise Amsterdam ) und neben zutraulichen Eichhörnchen und wohlerzogenen Hunden die Mittagshitze vorbeiziehen zu lassen, kann man machen. Brave Hunde wohin man sieht. Sie ziehen in ganz Großbritannien unbeeindruckt von der Welt ihre Runden durch die Stadt. Vielleicht spiegeln sie nur die innere Haltung ihrer Besitzer wider, vielleicht läuft da etwas ganz ganz anders als in Deutschland. Die Vogelvielfalt im Hyde Park ist beeindruckend – in zehn Minuten herumlaufen kann man Alexandersittichen, Schwänen und Fischreihern sowie die unterschiedlichsten Entenarten begegnen und es gibt tatsächlich ganze Blogs, die sich ausschließlich auf die Fauna des Hyde Parks konzentrieren. Die großen grauen Eichhörnchen sind teilweise sehr zahm und die Londoner reagieren teilweise gar nicht mehr, wenn sie ihnen begegnen – aber es gibt durchaus Fans unter ihnen. Die großen grauen Tiere sind sehr zahm, im Regent’s Park wie auch an den Grünflächen um St. Paul’s Cathedral herum jedoch noch deutlich zugänglicher und offensiver.

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Leadenhall Market und St. Paul’s

Ein historischer Markt mit langer Geschichte und interessanter Architektur ist der Leadenhall Market in London.
Am besten abends aufsuchen und ein bisschen Geduld mitbringen: Die Architektur des Leadenhall Market ist bemerkenswert und seit 1972 unter Denkmalschutz. Mittags ist es zu voll.

Märkte in irgendeiner Form gibt es in London zuhauf, Camden Market, Old Spitalfields Market und Brick Lane Market lohnen sich alle definitiv – aber da ich dort schon in vorherigen Besuchen unterwegs war, wollte ich mir unbedingt die Architektur des Leadenhall Market ansehen. Die sehr bekannten Sehenswürdigkeiten wie Tower of London, Buckingham Palace oder Madame Tussauds und Portobello Road Market sind sicher schön, wenn man das erste, zweite Mal in London ist, aber mit jedem Besuch kristallisieren sich neue interessante Ecken heraus. Leadenhall Market ist einer von diesen Plätzen. 1445 eröffnet, gehört dieser Markt zu den ältesten in London und blickt dementsprechend auf eine lange Geschichte zurück. Im Harry-Potter-Film Harry Potter und der Stein der Weisen wurden einige Szenen der Winkelgasse hier im Leadenhall Market gedreht. Heute finden sich dort unterschiedliche Geschäfte und vor allem viele Restaurants und Pubs. Diese werden in der Mittagszeit von den Angestellten der umliegenden Bank- und Bürogebäude aufgesucht und da der Leadenhall Market immer zugänglich ist: Niemals mittags hin! Am besten in den Abendstunden besuchen, bevorzugt mit Stativ und einem Objektiv, das deutlich weitwinkliger ist als meine mitgebrachten 28mm an Vollformat. Diese Kombination würde sich auch für St. Paul’s empfehlen, 28mm sind schon grenzwertig weit. Etwas holprig wurde es dort in dem bekannten Einkaufszentrum, welches konstrastierendes Glas zu der historischen Architektur von 1675 bietet. Die der Mall zughörige Aussichtsplattform ist frei zugänglich – also grundsätzlich ist sie dies, aber sie war bei unserem Besuch geschlossen. Schade, aber ein Grund, sehr bald noch einmal hinzufahren. Natürlich gab es auch viele weiße Lieferwagen, die an sehr vielen Fotospots die freie Sicht blockierten. Der Klassiker! Besonders arg war es vor dem sehr sehr schönen historischen Kaufhaus Liberty London, welches definitiv einen Besuch wert ist. Wer Parfum mag, sollte unbedigt zu Floris und zu Miller Harris.

Klassiker: Themse mit London Eye, Trafalgar Square und China Town

Die Themse in den Abendstunden mit London Eye und Booten.
Abends an der Themse – rauschendes Wasser, das unverkennbare London Eye, aber eine sich stetig verändernde Skyline. Jedes Jahr völlig neue Gebäude und Flächenversiegelung.

Wenn man schonmal dort ist, kann man ja hin – am besten abends, wenn sich das Licht weicher wird und in die golden hour fließt. Street Photography ist hier natürlich fein und drängt sich fast von selbst auf. Die Ecke ist mir aber im Allgemeinen zu voll und touristisch, die Zeit hätte ich lieber Richtung Little Venice verplant! Von dort aus starten ab 10h in der Früh stündlich Boote Richtung Camden Market. Die Fahrtzeit beträgt ca. 45 Minuten und das Anstehen kann man umgehen, wenn man online Tickets bei einem Anbieter des Bootstransfers vorab bucht. Gewusel und Gedränge gibt es sicherlich auch in China Town, aber das darf jedoch bei keinem Londonbesuch fehlen. Die hinteren Gassen – abseits der Touristenfallen – sind sehr besonders und zeigen ein ganz anderes, recht raues London, ebenso die kleinen Lebensmittelshops in China Town. Natürlich gibt es auch gute Gastronomie dort, das Viet Food etwa, welches wir besucht hatten oder das Tombo (japanisch).

Der nächste Londonbesuch – die lange Liste der Sehenswürdigkeiten

Es gibt rote und schwarze Telefonboxen in London.
Schwarze Taxis und rote Telefonboxen prägen das Londoner Stadtbild. Es gibt auch schwarze Exemplare, aber deutlich seltener.

„Und das schaue ich mir nächstes Mal unbedingt an“ – wer kennt es nicht. Aber auf kaum eine Stadt trifft das für mich so zu wie auf London. Regnerische Tage im Frühjahr oder Herbst eigenen sich hervorragend für Museumsbesuche, warme Sommertage fürs Herumlaufen mit Kamera in der Stadt. Noch immer nicht auf der Liste abgehakt sind das Sherlock Holmes Museum, die Wallace Collection, ein Foto von der Wendeltreppe in der St. Paul’s Catheral sowie ein Besuch im Sky Garden. Es gibt zudem eine Karte, auf der die Ortsangaben zu Banksy’s Werken verzeichnet, das wäre natürlich ebenfalls interessant, ebenso wie eine Führung durch die British National Library. Etwas außerhalb von London liegt zudem noch Richmond Park. Nächstes Jahr werde ich definitiv wieder nach London, das Oyster Ticket liegt hier schon bereit. Vorher geht es jedoch noch nach Amsterdam.

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About Author

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Lisa
Unterwegs im Harz zu Lost Places, in der Natur und vor allem mit Hund.

Comments

6. Oktober 2019
We will welcome you back anytime Lisa! It was a pleasure to have you come to London!
7. Oktober 2019
Aww, thanks, Robin! Pleasure was all mine! First Amsterdam this year, then London again in 2020.

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