Wanderung zum Polsterberger Hubhaus

Es lag zwar noch recht viel Schnee und furchtbar kalt war es auch, doch erschien es uns an der Zeit, dass Podi mal wieder einen längeren Spaziergang im Oberharz in einer neuen Umgebung brauchte – zumal die Sonne schön schien und es Sonntag war. Von Clausthal-Zellerfeld aus kommend, erreicht man das Polsterberger Hubhaus über die B 242 vorbei am Parkplatz der Huttaler Widerwaage und in Richtung Dammhaus. Kurz vor Dammhaus muss man dann in den Wald abbiegen und etwas weniger als einen Kilometer fahren. Wir entschieden uns jedoch für den Parkplatz Dammgraben, schließlich wollten wir zunächst etwas Wandern und die noch vorhandenen Elemente des Oberharzer Wasserregals ein wenig erkunden. Auch, wenn ihr „nur“ zum Essen zum Polsterberger Hubhaus möchtet, kann es gerade am Wochenende sein, dass alle Parkplätze vor dem Haus belegt sind. Außerdem bietet sich doch immer ein Spaziergang in dieser schönen Gegend. Ich würde zu entsprechender Tageszeit und Witterung daher immer den kurzen Weg vom Parkplatz zum Polsterberger Hubhaus empfehlen oder aber, man startet in Altenau am Hüttenteich. Von dort aus führt der Heilklimaweg zum Polsterberger Hubhaus in einer stillen und meist menschenleeren Landschaft.

Das ist das Oberharzer Wasserregal!

Was ist das Polsterberger Hubhaus?

Beim Polsterberger Hubhaus kann man hervorragend Wandern, ob im Sommer oder Winter und natürlich Herbst.
Das Polsterberger Hubhaus von der Straße ausgesehen. Vor dem Gebäude befinden sich ein paar Parkplätze, doch am Wochenende sind diese meistens restlos belegt. Eine kurze Wanderung von dem Parkplatz an der Hauptstraße aus kann daher nicht nur wegen der schönen Natur empfehlenswert sein.

Das Polsterberger Hubhaus ist heute eine bekannte Gaststätte des Oberharzes, die von Beate Engel in der Tradition der internationalen Slow Food-Bewegung betrieben wird. Das bedeutet eine saisonale Speisekarte sowie Zutaten aus der Region. Alleine deswegen stand ein Besuch des Polsterberger Hubhauses auf der nicht enden wollenden Liste.

Das mit dem Polsterberger Hubhaus verbundene Prinzip aus dem Bergbau ist geradezu genial. Man nutzte Wasser, um Wasser zu pumpen. Im Endeffekt galt es, das in die Stollen der Silberbergwerke eindringe Wasser abzupumpen, um den Betrieb gewährleisten zu können.

Gleichzeitig handelt es sich beim Polsterberger Hubhaus um ein Gebäude, das bereits im 18. Jahrhundert errichtet wurde und ein Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft war. Dort befand sich eine Holzpumpe, mit der das Wasser aus dem Dammgraben auf die Höhe des Träncke Grabens gehoben wurde. Dieser versorgte den Hirschler Teich mit Wasser, der wiederum die Energieversorgung der Silbergbergwerke Grube Caroline und Grube Dorothea in Clausthal sicherstellen musste. Als Wasserspeicher kam nur der höher gelegene Hirschler Teich infrage. Die alte Holzpumpe des Polsterberger Hubhauses wurde ebenfalls mit Wasserkraft betrieben. Diese wurde selbst durch zwei Wasserräder erzeugt und über ein Feldgestänge als mechanische Kraft an den Ort der Pumpe herangeführt. Im Fazit wurde also Wasser mit Wasser gepumpt. Dass dieses Prinzip natürlich einen sehr geringen Wirkungsgrad hatte, versteht sich von selbst. Doch der Bergbau war damals die Lebensgrundlage der Oberharzer Bevölkerung und durfte einfach nicht zum Stillstand kommen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die alte Holzkonstruktion durch eine elektrisch betriebene Pumpe ersetzt.

Das Polsterberger Hubhaus ist ein Relikt des Oberharzer Wasserregals und damit des einstigen Bergbaus im Oberharz.
Das Hinweisschild für das Polsterberger Hubhaus befindet sich an der B242 und ist nicht zu übersehen. Nicht weit entfernt ist ebenfalls der Parkplatz, vom dem aus man die Huttaler Widerwaage erreicht. Auch diese ist ein Teil des Oberharzer Wasserregals und ein sehenswertes Ziel.

Das Polsterberger Hubhaus wurde von einem Hutmann und Grabenwärter bewohnt, der für einen einwandfreien Betrieb der Pumpe verantwortlich war. Damit verbunden war aber auch ein Schankrecht, sodass es nicht verwundert, dass das Polsterberger Hubhaus heute eine Waldgaststätte in wunderschöner Lage ist.

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Eine Wanderung an den Wasserwanderwegen des Polstertals.

Direkt vom Polsterberger Hubhaus aus führt ein Weg den Hang hinunter Richtung Karl-Reinecke-Platz, der nach dem Altenauer Maler und Heimatdichter benannt wurde. Eine Dennert-Tanne erinnert an den Ort, an dem Karl Reinecke zur Gründung des Oberharzer Heimatbundes aufrief. Am Karl-Reinecke-Platz treffen sich noch heute an Pfingsten regelmäßig die Mitglieder des Heimatbundes. Dort befindet sich eine kleine optische Einrichtung, die beim Blick ins Okular die Position des ehemaligen Feldgestänges in Richtung Tal zeigt.

Das Polstertal unterhalb des Polsterberger Hubhauses verfügt über sehr schöne Wanderwege. Gerade die Wasserwanderwege sind sehr gut erschlossen und mit zahlreichen Infoschildern versehen. Aber auch die harztypischen Dennert-Tannen findet man dort in großer Zahl!

Das Polsterberger Hubhaus im Oberharz ist heute eine beliebte Waldgaststätte mit Restaurant nach dem Slow Food-Prinzip.
Das Polsterberger Hubhaus ist eine schöne Waldgaststätte mit tollem Essen. Als wir im Februar 2018 das Polsterberger Hubhaus besuchten, war richtig viel los. Es ist sehr beliebt, nicht nur bei Harzern.

Geht man den recht steilen und im Winter sehr rutschigen Weg hinunter, so erreicht man die Radstuben der zum Betrieb der Holzpumpen erforderlichen Wasserräder. Der Zustand der ersten Radstube ist sehr gut, da die Mauer noch weitestgehend erhalten ist. Dort befand sich ein Wasserrad mit einem Durchmesser von etwa 10 m, das mit Wasser aus dem Fortuner Graben beaufschlagt wurde. Folgt man dem Wasserwanderweg weiter in Richtung Polsterteich, passiert man die zweite Radstube. Nach wenigen Minuten erreicht man den Polsterteich, der sich mit einem „Info-Rad“ ankündigt, das gerade für Kinder recht spannend sein dürfte. Der Polsterteich sieht im Übrigen fast genauso aus wie der Hüttenteich in Altenau, zu dem man wie gesagt auch schnell hinwandern kann. Wir gingen weiter entlang des zugefrorenen Polsterteiches, um dann rechts auf den Damm abzubiegen. Dieser ist in der neuen Bauweise ausgeführt, was man daran erkennt, dass das sogenannte Striegelhaus nicht im Wasser, sondern auf dem Damm steht. Nach der Umrundung des Polsterteiches ging es den Weg zurück zum Polsterberger Hubhaus, schließlich wollten wir das Restaurant ausprobieren, von dem wir so viel Gutes gehört hatten.

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Die Gastronomie des Polsterberger Hubhauses: Eine kleine aber feine Speisekarte!

Ein Foto von Wald des Oberharzes ganz in der Nähe des Polsterberger Hubhauses.
Das Polsterberger Hubhaus ist von typischen Oberharzer Nadelwald umgeben, der mit mehreren Wanderwegen bestens erschlossen ist. Die Wasserwanderwege führen von dort in das Polstertal.

Das schöne am Polsterberger Hubhaus ist die Tatsache, dass man auch mit Hunden hinein darf. Die Wirtin scheint selbst einen Hund zu haben, der sich im Hubhaus wohlfühlt und sehr freundlich gegenüber Gästen und anderen Hunden ist, ohne aufdringlich zu sein. Als wir nach 13:30 Uhr dort ankamen, fanden wir zum Glück noch einen Tisch, denn das Polsterberger Hubhaus scheint auch außerhalb des Harzes sehr sehr beliebt zu sein und viele Gäste aus der Umgebung anzuziehen. Die Speisekarte ist nicht ganz so umfangreich, aber das finde ich ehrlich gesagt sehr gut so. Nicht ist schlimmer, als Tiefkühlessen und Fertigmahlzeiten nicht endender Auswahl. Bei der Auswahl an Gerichten ist für jeden etwas dabei. Wir hatten eine Kürbis-Ingwersuppe sowie eine Wildschwein-Currywurst mit Bratkartoffeln und Salat – alles in einer ausgezeichneten Qualität. Dies verwundert nicht, denn das Polsterberger Hubhaus bezieht die Zutaten von Produzenten, die auf Bio und artgerechte Tierhaltung setzen. So gibt es dort unter anderem Speisen mit Rindfleisch von Harzer Roten Höhenvieh des Rotviehbauers Wehmeyer. Dabei sind alle Preise sehr fair, sodass das Polsterberger Hubhaus durchaus für Familien mit Kindern zu empfehlen ist.

Eine schöne Wanderung und ein tolles Essen abseits von der oft und manchmal auch zu recht verschrienen Harzgastronomie. Das Polsterberger Hubhaus sowie die umliegenden Wanderwege mit ihren vielen geschichtsträchtigen Orte inmitten des typischen Oberharzer Nadelwaldes sind eine klare Empfehlung!

Mehr Bilder von der Wanderung beim Polsterberger Hubhaus!

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Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

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