Ausflug zur Stapelburg

Die Stapelburg in Sachsen-Anhalt

Gerade in der Zeit über die Monate Februar und März, wenn im Harz der Frühling noch recht weit entfernt scheint, ist das Licht für Fotos hier oft ein bisschen schwierig. Hinzu kommt, dass Laubbäume kahl und wenig fotogen in den Bildern erscheinen. Viele Wanderwege im Harz waren zu der Zeit noch völlig vereist oder standen ordentlich unter Wasser. Vielleicht sollte ich am Ende des Jahres ein kleines #fail-Kompendium erstellen. Darunter fallen auch restlos vernebelte und verregnete Strecken, Bauwerke, die sich im Renovierungsprozess mit Planen verhüllt präsentierten sowie Schilder, welche historische Architektur erfolgreich verdecken. Erwähnen sollte ich des Weiteren Sehenswürdigkeiten, bei denen keine Fotografie-Erlaubnis erteilt wird, sondern, wenn überhaupt, schriftliche Absagen. Der Harzer-Wander-Gui.de hatte dieses Thema in der Vergangenheit kurz aufgegriffen. Ich glaube, da käme durchaus viel zusammen. Unser Ausflug an die Stapelburg war daher vielleicht ein bisschen früh, denn die Obstbäume dort standen noch ohne Blüten herum. Von Bad Harzburg aus kommend, entdeckten wir die Stapelburg ehrlich gesagt eher durch Zufall. Unser ursprüngliches Ziel war das Kloster Ilsenburg, über das ich noch in einem separaten Post schreibe. Sobald sich die ersten Blüten zeigen, werden wir auf jeden Fall noch einmal hin zu Stapelburg: So schön gelegen, mit bester Aussicht auf den Brocken und das Umland, ist die Stapelburg ein vielleicht recht unterschätztes Ausflugsziel. Nicht weit weg von Bad Harzburg und in der Nähe von Ilsenburg in Sachsen-Anhalt gelegen, ist die Ruine gut erreichbar und bestimmt einen kleinen Ausflug wert!

Der Burghof der Stapelburg ist nicht nur wegen der Ruine interessant, sondern ebenfalls wegen des tollen Blicks auf den Harz.
Oben auf dem Burghof. Von der Stapelburg aus hat man einen hervorragenden Blick auf den Harz – und natürlich auch auf den Brocken!

Frühere Nutzung der Stapelburg

Im Laufe der recht abwechslungsreichen Geschichte der Burg wurde diese stetig verkauft, neuen Nutzungen zugeführt und Natürlich ranken sich – wie bei jeder Burg oder ähnlichen Bauwerken – unvermeindlich Sagen und Gerüchte um den Ort.
Lest mehr über die Sage, die man sich um die Stapelburg erzählt, auf der Website der Interessengemeinschaft Burgberg e.V. 1306 errichtete der Graf von Wernigerode die Burg Stapelburg als Zollstätte und Straßenschutzburg, vermutlich auf einer bereits vorhandenen Burganlage. Zumindest ist die Errichtung der Grenzen auf dieses Jahr datiert und die älteste urkundliche Erwähnung findet in diesem Zeitraum statt.
Wenige Jahre später wurde die Stapelburg bereits verpfändet, und zwar schon 1379. Ein stetiges Hin und Her prägt das Gezerre um Besitzrechte und Verpfändungen. Denn wer jetzt denkt, die Burg sei zu vergangener Zeit noch in einem guten Bauzustand gewesen, irrt. Erwähnt ist für das Jahr 1509 ein „verfallener und wüster Zustand“. Auch im Jahr 1737 sei lediglich „ein einziges Zimmer der Burg bewohnbar gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg kein Herrensitz mehr und nur noch als gelegentliches Ausflugsziel des Adels genutzt. Der Verfall schreitet kontinuierlich voran. Der ohnehin baufälligen Stapelburg setzte ein Großbrand 1743 noch weiter zu.
1896 beehrte Franz Kafka als Kurgast die Stapelburg, genauer gesagt die dortige Kureinrichtung „Jungborn“. Diese verstand sich als erste große Naturhheilstätte, die eng mit dem Namen Just verknüft ist: Adolf Just, der Mitbegründer der Jungborn-Idee, fokussierte sich ab 1908 im Übrigen stetig stärker auf die Wirksamkeit von Heilerde. Eine Urenkelin der Familie Just, Ariane Kaestner, führt heute aktuell die „Heilerde-Gesellschaft Luvos-Just.“ Diese ist bei Frankfurt angesiedelt, jedoch wäre die Unternehmensgründung ohne die Lössvorkommen in Blankenburg im Harz undenkbar. Jeder kennt heute die zahlreichen Heilerdeprodukte, aber nur wenige haben die Verbindung zum Harz im Kopf. Der Kurbetrieb wurde im Rahmen des Mauerbaus eingestellt, da sich die Stapelburg im Grenzgebiet Sachsen-Anhalts zu Niedersachsen befindet.

Alte Linde bei der Stapelburg, die von zahlreichen Obstbäumen und einer traumhaften Wallanlage ergänzt wird.
Bei der Wallanlage der Stapelburg findet sich eine alte unter Naturschutz stehende Linde. Daneben gibt es zahlreiche alte Obstbäume, die für ein ganz tolles Ambiente sorgen. Ein Besuch der Stapelburg ist sehr empfehlenswert. Zudem ist sie leicht von der B6 aus mit dem Auto erreichbar.

Aktuelle Nutzung – Ausflugsziel und Veranstaltungsort

Ein Ausflug zur Stapelburg ist nicht nur wegen der großartigen Aussicht und den wunderschönen Obstbäumen an der Wallanlage zu empfehlen. Auf dem Burgberg steht eine riesengroße alte Linde, welche – verständlicherweise – als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Von dort aus kann man direkt auf den Brocken schauen. Um diesen fantastischen Baum ganz aufs Bild zu bekommen, bedarf es eines Ultraweitwinkels; mit 17mm Brennweite an Nikon DX war ich nicht gut dabei. Als wir die Stapelburg besucht haben, war sie noch als Baustelle ausgewiesen. Wir kommen aber ganz sicher, etwa um das jährlich stattfindende Burgfest zu besuchen. Jährlich im August richtet die Interessengemeinschaft Burgberg e.V. ein mittelalterliches Fest ein. Als Fotomotiv ist die Stapelburg vielleicht besonders gut geeignet, da oft nicht viel los ist und dieser Ort zu den ruhigeren Ausflugszielen gehört.

About Author

client-photo-1
Lisa
Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur

Comments

Schreibe einen Kommentar

error: Bitte nicht kopieren!