Der große Gosebier-Test: Welche Gose schmeckt am besten?

Der große Gosebier-Test: Welche Gose schmeckt am besten?

Gose Biere aus Goslar, Leipzig und den USA im Test.

Die Gose gehört zu jenen deutschen Bieren, die weniger bekannt sind. Am beliebtesten in Deutschland dürfte das Pilsner sein, während Weizenbier, Kölsch und Alt ebenfalls wesentlich geläufiger als Gosebier sind. Dabei ist die Gose eine überaus alte Biersorte, gegen die das aus dem 19. Jahrhundert stammende Pils geradezu jung wirkt. Aber das Alter alleine sagt natürlich noch nichts über den Geschmack oder über die Qualität eines Bieres aus. Die Gose verdankt im Übrigen ihren Namen einem kleinen Flüsschen, dass beim Bocksberg entspringt und einst frisches Wasser in die Kaiserstadt Goslar lieferte. Für alle, die gerne Bier trinken und sich für dessen Geschichte und Kultur interessieren, sollten im Harzurlaub mal die Gelegenheit nutzen, ein Glas Gose in Goslar zu probieren.

Gose ist eine sehr alte Biersorte, die sich durch eine obergärige Brauweise mit zusätzlicher Milchsäuregärung und einer Zugabe von etwas Koriander auszeichnet. Wir haben mehrere Gosebiermarken für Euch getestet!

Bier im und am Harz: Hasseröder und Co.

Gose Biere zusammengestellt für den Test: Gose Hell, Gose Dunkel aus der Goslarer Brauerei und Ritterguts Gose aus Leipzig.
Hier sind die getesteten Gosebiere, die in der Flasche angeboten werden: Gose Hell und Gose Dunkel aus Goslar sowie Ritterguts Gose aus der Region Leipzig.

Die Gose ist in den heutigen Zeiten in Deutschland sehr selten geworden. Obergärig gebraut und unter Verwendung einer weiteren Milchsäuregärung, hatte das Gosebier es im letzten und vorletzten Jahrhundert schwer, sich gegenüber der neuen Konkurrenz in Form untergäriger Biere wie dem Pilsner durchzusetzen. Schaut man sich heute die Bierkultur des Harzes an, muss man feststellen, dass es eigentlich nur wenige Marken gibt, die dieser Region Mitteldeutschlands entstammen. Da ist das Hasseröder, das in Wernigerode gebraut wird und das Altenauer Bier aus dem Oberharz. Westlich des Harzes findet man die Bierstadt Einbeck, die für seine Biere sehr bekannt ist und als Geburtsstätte des Bockbieres gilt. Einbecker ist aber ebenso für Pilsnerbiere bekannt. Pilsner Biersorten hat der Harz also schon zu bieten.

Im Harz gibt es wenige Brauereien, die bekannteste dürfte Hasseröder aus Wernigerode sein. Im Oberharz findet man noch die Altenauer Brauerei.

Kommt das Clausthaler Alkoholfrei aus Clausthal-Zellerfeld?

Wo ist Gosebier erhältlich? Von Goslar über Leipzig bis in die USA!

Diese Frage ist allzu berechtigt, denn die Gose macht sich auch heute nach einem gewissen Revival sehr rar. In der Harzregion wird Gosebier eigentlich nur noch in Goslar hergestellt, und zwar von einer kleinen Brauerei gegenüber der Marktkirche mit dem bekannten Nordturm. Dort kann man etwas essen und sich von der Getränkekarte eine Gose aussuchen. Diese gibt es in zwei Varianten: Die helle Gose und die dunkle Gose. Ebenfalls findet man die Gosevarianten der Goslarer Brauerei unter anderem in lokalen Goslarer Supermärkten. Außerhalb des Harzes ist die Gose aufgrund Ihrer Geschichte sogar häufiger anzutreffen: Vor allem in Leipzig, die einst sogar „Gosestadt“ genannt wurde. Sehr beliebt und bekannt ist die Gose vor allem in den USA und geht dort mit der Craft Beer-Szene einher, die immer auf der Suche nach sehr speziellen und besonderen Brau- und Geschmackserlebnissen ist. Es gibt also Konkurrenz für die Goslarer Gose – sowohl national als auch im internationalen Bereich. Da lohnt es sich, ein paar Gosemarken zu probieren und die Erfahrungen mit Euch zu teilen!

Es ist schon sehr merkwürdig, aber die Gose ist in den USA deutlich beliebter und bekannter als in Deutschland. Dies dürfte im Wesentlichen der Craft Beer-Bewegung zu verdanken sein, die schon viele Biersorten zu einer regelrechten Wiedergeburt verholfen haben. Aber ist die amerikanische Gose besser als die Originalgose aus Goslar? Das ist eine der Fragen, die wir in diesem Gosebier-Test beantworten werden.

Das sind die Gosebiere, die getestet wurden!

Westbrook Gose in der Dose kommt aus den USA und gehört zu der Craft Beer-Szene, die immer beliebter wird - auch im Bierland Deutschland.
Bei dieser Gose war die Vorfreude sehr groß. Westbrook Gose aus den USA war dabei auch in Dosenform nicht gerade günstig. Die Bestellung über das Internet lief jedoch reibungslos ab. Ob es sich gelohnt hat?

Ganz klar: Dieser Test umfasst Goslarer Gose in der dunklen und in der klassischen hellen Variante. Aus der Gosestadt Leipzig geht Ritterguts Gose an den Start – und aus den USA haben wir uns eine Dose Westbrook Gose schicken lassen. Letztere war gar nicht so günstig, gilt aber als eine sehr bekannte Marke unter Craft Beer-Enthusiasten. Gose von Ale-Mania war weder in der Flasche als Gose Mania noch in der Dose. Alles ausverkauft – kein Craft Beer-Händler konnte weiterhelfen. Diese bekannten Biere von Fritz Wülfing aus Bonn sind sehr beliebt und überaus schwer zu bekommen. Vielleicht schwappt der Gosebier-Trend aber auch von den USA zurück nach Deutschland? Vier Gosebiere reichen jedoch schon für einen ordentlichen Test!

Obergärige Hefe, Koriander und Salz – das sind die besonderen Merkmale der Gose!

Gose: Getestete Biere

  1. Gose Hell
  2. Gose Dunkel
  3. Ritterguts Gose
  4. Westbrook Gose

Gose Nr. 1: Gose Hell, Goslar / Harz

Beim Einschenken der hellen Gose fällt auf, dass sich viel Schaum bildet. Der Geruch ist dabei sehr angenehm. Der Geschmack ist leicht malzig, komplex vom Aufbau her und man schmeckt viel Koriander sowie Zitrone heraus. Am Anfang ist Gose hell etwas bitter, im Nachgeschmack gar nicht. Dieses Bier ist gut abgerundet und mit einem ausgewogenen Kohlensäureanteil ein für den Sommer geeignetes Getränk. Wir fanden die Gose Hell einfach wirklich gut.

Gose Nr. 2: Gose Dunkel, Goslar / Harz

Ein Glas Gose Hell Bier aus der Kaiserstadt Goslar am Harz.
Die helle Variante der Gose aus Goslar: Gose Hell. Dieses Bier ist ein gutes Bier für „Einsteiger“.

Die dunkle Variante der Goslarer Gose hat deutlich weniger Schaum als das helle Gegenstück. Dabei riecht dieses Bier sehr malzig und gefällig. Geschmacklich fällt mehr Bittere und weniger Säure auf, während man eine leichte Hopfennote wahrnimmt. Man kann den Geschmack von Gose Dunkel ebenfalls als komplex beschreiben. Dieses Bier ist schlichtweg anders als Gose Hell, jedoch noch als eine Gose zu erkennen. Ein richtig gutes Bier also.

Gose Nr. 3: Ritterguts Gose, Borna / Leipzig

Der Klassiker aus Leipzig hat einen intensiven Geruch, der angenehm ist. Dazu kommt viel Kohlensäure, was für eine Gose typisch ist. Der Geschmack zeichnet sich durch viel Hefe und einen säuerlichen Ton aus. Salz und Koriander kommen ebenfalls gut durch, wie es sich für eine klassische Gose gehört. Auch wenn wir keinen typischen Biergeschmack identifizieren konnten, handelt es sich um ein interessantes Getränk. Ritterguts Gose ist eine klare Empfehlung an alle, die Berliner Weiße mögen!

Gose Nr. 4: Westbrook Gose, Mount Pleasant / USA

Ritterguts Gose aus Leipzig im Glaus sowie mit Flasche.
Ritterguts Gose hat eine tolle Farbe und ist geschmacklich sehr ansprechend. Wer Berliner Weiße mag, wird mit Ritterguts Gose die richtige Wahl treffen.

Diese Gose hat einen sehr dominanten Geruch, der abgestanden wirkt. Westbrook Gose ist extrem sauer und salzig mit einem hohen Anteil an Kohlensäure. Beim Geschmack kommt etwas Malz zum Vorschein, wobei das Zitronige klar dominiert. Das Salzige spürt man klar im Nachgang. Bittere konnten wir beide nicht feststellen, sodass der Hopfenanteil überaus gering sein dürfte. Nach dem Probieren stellten wir uns die Frage, ob es sich bei Westbrook Gose überhaupt um ein Bier handelt. Wer auf der Suche nach einem Getränk ist, das ganz anders als alle Biere und Softdrinks schmeckt, findet mit Westbrook Gose eventuell das Richtige. Ist Westbrook wirklich eine Gose? Im Fazit leider das schlechteste Bier, das wir bis heute jemals probiert haben, nicht nur unter den Gosebieren.

Unser Fazit zu den getesteten Gosebieren!

Die Gose ist eine Biersorte, die man entweder sehr mag oder wirklich gar nicht trinken kann. Am einfachsten gestaltet sich der Einstieg mit Gose Hell, während die dunkle Variante schon wieder etwas spezieller ist. Ritterguts Gose ist sehr besonders und lässt sich am ehesten mit Berliner Weiße, die man mit Himbeer- oder Waldmeistersirup genießt, vergleichen. Von Westbrook Gose hatten wir uns viel erhofft, fanden dieses Getränk – wir möchten es nicht Bier nennen – jedoch fast ungenießbar. Vielleicht sind wir einfach noch keine echten Gose-Experten, oder Westbrook fällt tatsächlich völlig außerhalb der Definition von Gosebier. Im Fazit kann man jedoch sagen, dass es sich lohnt, Gose zu probieren. Wer in Leipzig oder Umgebung ist, sollte sich mal nach einer Ritterguts Gose umsehen. Für einen Harzurlaub kann man eine klare Empfehlung für einen Besuch im Brauhaus Goslar aussprechen. Dort gibt es helle und dunkle Gose ganz frisch. Oftmals werden auch andere Spezialbiere für interessierte Gäste bereitgehalten, darunter höchst interessante und handwerklich gut gebraute Biere.

Mehr Hintergrundwissen zum Gosebier hier!

Anmerkung: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine persönliche Meinung. Der Test wurde nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Gerade der Geschmack ist sehr individuell und variiert von Person zu Person.

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Lisa
<p>Harz- und naturbegeistert, Faible für Fotografie im Allgemeinen und Vintage-Linsen im Speziellen. Hunde ♥ Bäume ♥ Wälder ♥ Wiesen ♥ Teiche ♥ Natur</p>

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