Die Okertalsperre – Harzer Stausee bei Schulenberg

Bild der Okertalsperre bei schönem Wetter.
Ein Panorama der Okertalsperre. Im Hintergrund sieht man die typische Oberharzer Landschaft.

Fast jeder, der sich schon einmal für einen Urlaub im Harz bzw. im Oberharz interessiert hat, wird von der Okertalsperre gehört haben. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Okertalsperre liegt sehr zentral im Oberharz, ganz in der Nähe von Altenau und schnell erreichbar von Clausthal-Zellerfeld aus. Zudem gibt es viele Möglichkeiten, einen Harzurlaub an der Okertalsperre in dem Ort Schulenberg zu verbringen, oder die Okertalsperre für interessante Freizeitbeschäftigungen zu besuchen. Gleichzeitig gehen wir einem hartnäckigen Gerücht rund um die Okertalsperre nach!

Die Okertalsperre feiert bald ihren 60. Geburtstag!

An der Bundesstraße 498 gelegen, prägt nun schon seit bald 60 Jahren die Okertalsperre das Bild der Region bei Altenau und Schulenberg und fängt dabei das Wasser der am Bruchberg entspringenden Oker auf. Dabei erfüllt die Okertalsperre noch heute ihren Zweck als Energiespeicher, der zur Erzeugung elektrischen Stroms dient sowie als bauliche Maßnahme im Hochwasserschutz. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Oker zur einsetzenden Schneeschmelze im Frühjahr über die Ufer tritt und nachfolgende Städte, beispielsweise Braunschweig und Wolfenbüttel, von möglichem Hochwasser gefährdet werden.

Daten und Fakten zur Okertalsperre

  • Bauzeit: 1938 – 1942 und 1949 – 1956
  • Höhenlage: ca. 416 m ü N.N.
  • Wasserfläche: ca. 2,2 km2
  • Speichervolumen: ca. 47 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: 85 km2
  • Durchschnittlicher Jahresabfluss: ca. 75 Mio. m3 (ca. 1,6-fache Speichervolumen)
  • Staumauer: Ausgeführt als Bogengewichtsmauer (einzige in Deutschland), Höhe: ca. 70 m, Länge: ca. 250 m
  • Wasserkraftwerk Romkerhalle: Ausführung mit Francis-Turbine, Leistung: ca. 4,4 MW, Jahresarbeit: ca. 12 Mio. kWh

Für den Harzurlauber ist vor allem die Funktion der Okertalsperre als Naherholungsgebiet und Urlaubsregion überaus interessant. So kann sich nicht nur der reine Technikenthusiast schnell für die Okertalsperre als besondere Station im Harzurlaub begeistern.

Urlaub an der Okertalsperre – Wandern, Mountainbiken und Skifahren!

Bild der MS AquaMarin auf der Okertalsperre.
Die „MS AquaMarin“ ist das einzige Motorschiff, welches die Okertalsperre befahren darf. Es gibt mehrere Angelestellen, darunter auch bei der Sperrmauer.

Mit ihren langen Seitenarmen, von denen einee bis nach Altenau reicht, und umgeben von bester Luft, ist die Okertalsperre natürlich eine wunderbare Region zum Wandern. Dabei gibt es mehrere ausgezeichnete Wanderstrecken, wobei der Rundwanderweg auf fast 20 km Länge kommt und hervorragende Aussichten rund um die Talsperre bietet. Gleichsam kann man auch mit dem Rad Strecken an der Okertalsperre zurücklegen, während es in Schulenberg auch den Racepark speziell für Mountainbiker gibt. Dort stehen dem ambitionierten Mountainbiker nach einer Liftfahrt auf den Wiesenberg vier unterschiedliche Abfahrten zwischen 700 m und 1.100 m zur Verfügung. Die Tageskarte kostet für Erwachsene ohne Ermäßigung € 22, für Schüler € 18. Wer über kein eigenes Mountainbike verfügt, kann sich vor Ort in der Verleihstation ein Rad ausleihen.
Aber auch im Winter kann man in Schulenberg sportlichen Aktivitäten nachgehen. So gibt es im Ski Alpinum Schulenberg die gleiche Anzahl an Abfahrten wie für Mountainbiker bei ausreichend Schnee auch für Skifahrer. Die vier Pisten umfassen alle Schwierigkeitsstufen, Lifts machen den Aufstieg zur Bergstation leicht.

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Selbstverständlich bietet die Okertalsperre zahlreiche Möglichkeiten, Wassersport zu betreiben. Die Talsperre darf man mit unmotorisierten Booten, also mit Segelbooten sowie Ruderbooten, befahren. Es gibt nur ein einziges Motorschiff, welches die Okertalsperre befahren darf und das ist die „MS Aquamarin“, die von Kapitän Römermann und seiner Mannschaft betrieben wird (OkerSeeSchiffahrt). Die MS AquaMarin legt an sechs Anlegern an, wobei eine vollständige Rundfahrt in etwa 90 Minuten dauert. Mit dem Bordrestaurant „Nautico“ verfügt das Schiff mit seinen 2 Decks und ca. 250 Sitzplätzen über entsprechende Gastronomie. Die MS AquaMarin kann für Veranstaltungen gechartert werden und es finden auch stetig die unterschiedlichsten Events auf dem Schiff statt. Als Wanderer kann man sich natürlich ebenso am Anblick des einzelnen Schiffes auf der Okertalsperre mit ihrem typischen Oberharzer Ambiente erfreuen.

Anlegestellen der MS AquaMarin – Okertalsperre

  • Vorstaumauer
  • Schulenberg
  • Weißwasserbrücke
  • Hauptsperrmauer
  • Großes Gemkental (Bedarfsanleger)

Als Angler ist es interessant, ob man an der Okertalsperre grundsätzlich auch angeln darf. Die Antwort lautet: Ja! Benötigt wird eine Angelkarte Okertalsperre, die in Form einer Tages-, Wochenend- oder Saisonkarte in der lokalen Touristeninformation erhältlich ist. Motorisierte Boote und Schlauchboote sind auf der Okertalsperre nicht zugelassen, darüber hinaus sind bestimmte Zeiten zu beachten (nur Tagangeln, Einhaltung der Schonzeiten etc.). In der Okertalsperre leben unter anderem die folgenden Fischarten: Barsche, Forellen, Hechte, Karpfen, weitere Salmoniden sowie Schleie und Weißfische.
Wer in der Okertalsperre tauchen möchte, sollte wissen, dass dieses Tauchrevier zu den anspruchsvollen gehört. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass es bereits ab 20 m Tiefe absolute Dunkelheit herrscht, sodass eine leuchtkräftige Tauchlampe Pflicht ist. Über die besonderen Regeln für das Tauchen in der Okertalsperre kann man sich bei dem zuständigen Tauchsport Landesverband Niedersachsen e.V. informieren. Baden und Schwimmen sind selbstverständlich gestattet, natürlich auch Rudern und Paddeln. Im Winter ist sogar Eisbaden und Schlittschuhlaufen möglich, sobald die Eisdicke ausreichend ist, um eine Freigabe zu erhalten.

Surfen und Segeln auf der Okertalsperre
Surfen und Segeln sind auf der Okertalsperre erlaubt.

Okertalsperre – 10 Freizeitmöglichkeiten

  1. Mit der MS AquaMarin eine Rundfahrt auf der Okertalsperre machen.
  2. An der Okertalsperre wandern oder den Rundwanderweg erwandern.
  3. In der Okertalsperre schwimmen – auch mit Hund!
  4. Mit einem Segelboot oder Ruderboot die verschiedenen Seitenarme der Okertalsperre erkunden.
  5. Die Staumauer besichtigen.
  6. Mountainbiken im Schulenberger Racepark.
  7. Skifahren oder Snowboarden auf einer der vier Pisten des Ski Alpinums.
  8. Eisbaden oder Schlittschuhlaufen im Winter, bei Freigabe für die Okertalsperre.
  9. Die Aussicht über die Okertalsperre bis hin zum Brocken vom Parkplatz in Schulenberg aus genießen.
  10. Mit einer Angelkarte in der Okertalsperre angeln.

Wissenswertes und Kurioses rund um die Okertalsperre

Eine Infografik zur Okertalsperre, die im Oberharz bei Schulenberg gelegen ist.
Die Okertalsperre im Überblick. Zum Vergrößern bitte klicken!

Der Bau der Okertalsperre hatte in den 1950er Jahren ganz besondere Folgen für den im Tal (Weißwassertal) liegenden Ort Schulenberg, den es auch heute noch gibt: Der Bergbau– und Hüttenort musste 1954 verlegt werden. Schulenberg wurde am Wiesenberg wiederaufgebaut, wo die Siedlung nun auf etwa 500 m u. N.N. und 60 m über dem Wasser einen faszinierenden Blick über die Okertalsperre und – bei guten Sichtverhältnissen gar bis zum Hochharz – bietet. Seitdem rankt sich hartnäckig das Gerücht, dass man bei extremem Niedrigwasser die Spitze des Kirchturms des „untergegangenen“ Schulenbergs sehen könne. Bestätigen können wir dies nicht und es ist auch fraglich, ob ein Kirchturm so viele Jahre unter Wasser „überlebt“ hätte. Auch wenn die Tauchgruppe der TU Clausthal auf ihrer Website behauptet, die Kirchturmspitze im Jahr 1996 gefunden zu haben, so halten wir dies für einen Aprilscherz rund um diese bekannte Oberharzer Legende.
Dennoch lohnt es sich auch bei Niedrigwasser einen Blick auf den Boden der Okertalsperre zu werfen, denn der Boden hält überaus interessante Bodenstrukturen bereit, wenn die Oker nur noch ein kleines Rinnsal ist und dessen Flussbett sichtbar wird. Mit dem richtigen Schuhwerk und ein wenig Mut kommt man die Böschung und den Hang in das Talbett leicht herunter. Achtung: Unten kann es noch ziemlich matschig sein, daher bitte nur dort aufhalten, wo der Boden ausreichend Festigkeit bietet! Manchmal findet man auch kuriose Objekte und Fundstücke in der Okertalsperre, aber sicherlich keinen Kirchturm…

Das Okertal: Noch mehr Oker Richtung Goslar!

Bild der Oker unterhalb der Staumauer der Okertalsperre mit Felsen im Wasser.
Unterhalb der Okertalsperre kann die Oker im Tal eine ordentliche Kraft entwickeln. Die Wassermengen werden gesteuert und vermeiden so, dass die Oker zu viel Wasser führt. Das Okertal ist landschaftlich sehr ansprechend und eine Fahrt lohnt sich immer – egal aus welcher Richtung man kommt.

Wenn man schon einmal an der Okertalsperre ist, lohnt sich sicherlich eine Fahrt durch das Okertal – am Ende der Strecke kommt man in einem Kreisel am Rand des Goslarer Stadtteils Oker an. Aus Goslar kommend, ist die Strecke durch das Okertal ohnehin die erste Wahl, wenn man von Goslar-Oker mit seinen knapp 200 m ü N.N. hinauf zur Okertalsperrebis auf mehr als 400 m ü N.N. – gelangen möchte. Das Okertal ist durch viele charakteristische Felsen und seine guten Möglichkeiten zum Kanufahren gekennzeichnet. Mit dem Auto oder dem Motorrad fährt man die kurvenreiche Strecke durch das Tal und kann die schöne Natur genießen. Im Okertal gibt es faszinierende Felsformationen sowie Romkerhall, wo sich der über 60 m hohe Romkerhaller Wasserfall befindet. Die Kletterer und Kanufahrer unter Euch werden ebenso begeistert sein wie die leidenschaftlichen Wanderer. Die Oker hat einfach für jeden Harzurlauber etwas zu bieten, für welche Art von Urlaub man sich auch entscheiden mag!

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