Die Eckertalsperre ist eine weniger bekannte Talsperre des Harzes und zeichnet sich durch eine besondere Staumauer sowie durch die ehemalige deutsch-deutsche Teilung aus.

Die Eckertalsperre – Eine besondere Talsperre des Harzes in verschiedener Hinsicht!

Sie gehört zwar nicht zu den bekanntesten – und schon gar nicht zu den größten – Talsperren des Harzes, dennoch sticht die Eckertalsperre durch einige Besonderheiten hervor. Die Eckertalsperre ist mit dem Auto nicht direkt erreichbar, man muss schon an der Strecke zwischen Bad Harzburg und Torfhaus halt machen und nach einem geeigneten Parkplatz Ausschau halten. Praktisch kommen alle Parkplätze von Bad Harzburg über den Radau-Wasserfall bis nach Torfhaus dafür infrage, je nachdem wie lange man Wandern oder mit dem Mountainbike unterwegs sein möchte und welche Strecke man sich aussucht. Ein Besuch der Eckertalsperre lohnt sich durchaus, denn man wird mit einer schönen Natur und einem Stück deutsch-deutscher Geschichte belohnt.

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Torfhaus mit Brockenblick

Die Geschichte der Eckertalsperre.

Ein tolles Panorama der Eckertalsperre mit spiegelglattem Wasser und dem Brocken im Hintergrund.
Die Eckertalsperre bietet ein tolles Panaroma – Brocken inklusive. Die Staumauer ist ebenfalls recht beeindruckend und vermittelt mit dem Grenzstein noch einen kleinen Eindruck der deutsch-deutschen- Teilung, deren Ende schon bald 30 Jahre zurückliegt.

Unter den Harzer Talsperren gehört die Eckertalsperre zu den älteren – an dritter Stelle hinter der Sösetalsperre und der Odertalsperre, die nicht mit dem Oderteich zu verwechseln ist. Sie wurde 1943, also genau in jenem Jahr fertiggestellt, als die Stauermauer der zwischen Soest und Arnstein gelegenen Möhnetalsperre bei einem britischen Bombenangriff schwer zerstört wurde. Dabei war die Eckertalsperre gewissermaßen auch militärisch relevant, denn sie diente dem Zweck, die Region Braunschweig-Wolfsburg, wo das Volkswagenwerk in den 1930er Jahren entstanden war, mit Trinkwasser zu versorgen. Während des Baus wurden Kriegsgefangene sowie ausländische Arbeiter eingesetzt, nicht freiwillig und entgegen den Prinzipien der Menschlichkeit.
Nach dem Krieg, den sie unbeschadet überstand, war die Eckertalsperre gewissermaßen auch ein Symbol für die deutsch-deutsche Teilung und damit für den Kalten Krieg. Die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik verlief mitten durch die Talsperre und deren Staumauer. Davon zeugt noch heute ein Grenzstein, den die Grenztruppen der damaligen DDR errichtet hatten. Nach dem Schließen der Grenze wurde auch eine kleine Mauer auf der Staumauer errichtet. Erst im Rahmen der Ostpolitik Brandts mit dem Grundlagenvertrag wurden die Einzelheiten rund um den Zutritt zur Stauermauer der Eckertalsperre geregelt. Der nahe gelegene Brocken war natürlich nach wie vor ein Tabu für Touristen und Harzer auf beiden Seiten der Grenze.

Harzer Geschichte

Trinkwasser aus der Eckertalsperre – und natürlich Strom vom Wassserkraftwerk!

Ein Foto der Staumauer der Eckertalsperre im Hochharz zwischen Torfhaus und Bad Harzburg, ganz nah beim Radau-Wasserfall.
Werfen wir doch einen kurzen Blick über die Staumauer der Eckertalsperre. Hier geht es steil hinunter!

Dieser Aufgabe kommt die Talsperre auch heute noch nach, denn sie liefert ein Wasser, dass sich gut für die Trinkwasseraufbereitung nutzen lässt. Dazu wird das Wasser aus der Eckertalsperre zu einem Hochbehälter bei Liebenburg geleitet, wo es auf das Wasser aus der Granetalsperre trifft. Die Eckertalsperre hat die höchsten Niederschlagsmengen aller Harzer Talsperren. Aufgrund der Tatsache, dass das aus den umliegenden Moorbächen zufließende Wasser relativ sauer ist (pH-Wert: ca. 4,6), bietet die Eckertalsperre keinen guten Lebensraum für Fische, wie manch andere Talsperre des Harzes, beispielsweise die Innerstetalsperre.
Ansonsten erfüllt die Eckertalsperre Aufgaben im Hochwasserschutz und nur bedingt solche im Hinblick auf die Niedrigwasseraufhöhung. Selbstverständlich wird auch die Wasserkraft genutzt, um elektrische Energie zu gewinnen. Das Kraftwerk Ecker stellt dazu zwei Generatoren mit 300 kW Leistung zur Verfügung, mit denen es im Jahr etwa 1,4 Mio. kWh bereitstellt. Dazu schießen bis zu 700 Liter Wasser in der Sekunde durch die Turbinen.

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Informationen zur Eckertalsperre:

  • Bauzeit: 1939 – 1943
  • Höhenlage: ca. 558 m ü N.N.
  • Wasserfläche: etwa 0,68 km2
  • Speichervolumen: ca. 13 Mio. m3
  • Einzugsgebiet: 17 km2
  • Durchschnittlicher Jahresabfluss: 16 Mio. m3 (ca. 1,23-faches Speichervolumen)
  • Staumauer: Ausgeführt als Gewichtsstaumauer mit Rüttelgrobbeton, Höhe: ca. 65 m, Länge: ca. 235 m

Bad Harzburg

Die Bauweise des Staudamms der Eckertalsperre.

Eine Vollansicht der Staumauer der Eckertalsperre im Harz.
Die Staumauer der Eckertalsperre wurde vor mehr als 70 Jahren mit einer damals neuartigen Technologie gebaut. Es wurde Rüttelgrobbeton verwendet, der in der Bauphase mit einem Spezialgerät verdichtet wurde.

Der Staudamm der Eckertalsperre stellt aus bautechnischer Sicht eine Besonderheit dar. Die mehr als 400.000 Tonnen schwere Staumauer wurde in einer damals neuartigen Bauweise errichtet. Man nutzte sogenannten Rüttelgrobbeton, wodurch der Zuschlag zum Beton größer (bis zu 30 cm Korngröße) ausfallen durfte. Hierzu war ein spezielles Gerät zur Rüttelverdichtung erforderlich.

Daten zur Staumauer der Eckertalsperre:

  • Höhe über Talsohle: 57 m
  • Höhe über Gründungssohle: 65 m
  • Höhe Bauwerkskrone: ca. 599 m ü N.N.
  • Kronenlänge: ca. 235 m
  • Kronenbreite: 2,2 m
  • Volumen der Staumauer: ca. 168.000 m3
Weitere Talsperren des Harzes

Freizeitmöglichkeiten an der Eckertalsperre!

Die Eckertalsperre samt umliegenden Wäldern ist bestens zum Wandern und zum Mountainbiken geeignet.
An der Eckertalsperre kann man vor allem besonders schön wandern. Ohnehin muss man den Weg Richtung Eckertalsperre zu Fuß antreten. Das macht Sie ebenfalls besonders unter den vielen Harzer Talsperren.

Die Eckertalsperre liegt inmitten einer tollen Landschaft und in direkter Nachbarschaft zum Brocken, der von dort aus zu Fuß erreichbar ist. Was früher zu Zeiten der deutsch-deutschen Grenze absolut nicht möglich war, ist heute somit zu einer Selbstverständlichkeit geworden, sofern man sich die Steigung des Wanderweges auf den Gipfel des Brockens zutraut. Wer es leichter haben möchte, wandert von Schierke aus oder nimmt dort gleich die Brockenbahn, um den Brockenaufstieg mit der Atomsphäre einer alten Dampflok zu verbinden. Die Wanderwege an der Eckertalsperre führen jedoch nicht nur Richtung Brocken, sondern zu den verschiedensten Orten des Hochharzes und des Oberharzes. Auch zum Fotografieren findet man in der Umgebung der Eckertalsperre viele interessante Motive, insbesondere bei gutem Wetter. Mountainbiker können sich natürlich ebenfalls über ein gut ausgebautes Streckennetz freuen. Die Eckertalsperre ist im Fazit also eher für Wanderer sowie Sportler und Fotografen als für Harzurlauber mit sehr kleinen Kindern geeignet. Gleichzeitig bietet sich ein Besuch in Torfhaus oder in Bad Harzburg an.

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Weitere Bilder von der Wanderung zur Eckertalsperre!


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